Manchmal läuft in der SEO-Welt einfach nichts, wie es soll. Genau das ist Anfang Mai 2026 passiert, als plötzlich der Link-Bericht in der Google Search Console völlig verrücktspielte. Viele Webseitenbetreiber meldeten, dass sie keine eingehenden Links mehr sahen – also 0 Backlinks. Andere berichteten von einem massiven Einbruch der angegebenen Linkzahlen um 70, 80 oder sogar über 90 %. Ich selbst habe ähnliche Phänomene beobachtet – und ehrlich, im ersten Moment denkt man natürlich: „Was hat Google diesmal angestellt?“
Doch bevor man in Panik verfällt oder sein gesamtes Linkprofil in Frage stellt, lohnt sich ein genauerer Blick. Es sieht nämlich so aus, als handle es sich bei diesem Chaos schlicht um einen technischen Fehler in der Search Console.
Was ist überhaupt passiert?
Der Link-Report gehört zu den Standardwerkzeugen der Search Console. Er zeigt dir, welche Domains auf deine Website verlinken und wie sich diese Zahl im Zeitverlauf verändert. Normalerweise kann dieser Bericht leicht schwanken, und es ist nicht ungewöhnlich, dass Google hin und wieder Daten anders aggregiert oder Filter anpasst. Doch diesmal war die Abweichung so extrem, dass man sie nicht mehr als normale Schwankung abtun konnte.
Einer der auffälligsten Hinweise kam von SEO-Spezialisten, die berichteten, dass plötzlich keine Backlinks mehr angezeigt wurden. Das ist natürlich ungewöhnlich – niemand verliert über Nacht sämtliche Links. Wäre das real, müsste das Internet in Flammen stehen. Andere wiederum sahen nur einen Teil ihrer bisherigen Links, aber immer mit drastischer Reduktion. In meinem Fall lag der Rückgang bei rund 87 %, gemessen an den Daten vom Februar. Und das sah wirklich nicht nach einem kleinen Statistik-Update aus.
Wenn du im gleichen Zeitraum in deinem eigenen Search-Console-Konto ähnlich skurrile Zahlen gefunden hast, bist du also definitiv nicht allein.
Warum das kein Core-Update-Problem ist
Schnell wurden in diversen SEO-Foren Stimmen laut, die vermuteten, dass die Mai-2026-Core-Update-Welle etwas damit zu tun habe. Doch das erscheint sehr unwahrscheinlich. Die Core-Updates verändern zwar Suchergebnisse, Ranking-Faktoren und Bewertungsmechanismen – aber nicht die Darstellung der Daten in der Search Console. Außerdem werden diese Berichte meist verzögert aktualisiert. Selbst wenn ein Core-Update also Einfluss auf Rankings hätte, würde die Search Console das nicht sofort in dieser Form widerspiegeln.
Deshalb gehen viele davon aus, dass etwas im Code des Berichtssystems schiefgelaufen ist – vielleicht ein Datenabgleich, der nicht korrekt funktioniert hat, oder eine fehlerhafte Schnittstelle zwischen verschiedenen Datenbanken. Solche Dinge passieren, und normalerweise behebt Google sie leise im Hintergrund. Nur in diesem Fall war der Ausfall so groß, dass er schlicht nicht übersehen werden konnte.
Wie sich der Fehler bemerkbar machte
In sozialen Netzwerken tauchten reihenweise Screenshots auf. User verglichen ihre aktuellen Link-Berichte mit denen aus dem Frühjahr, und die Unterschiede waren teilweise schockierend. Manche SEOs posteten Bilder mit spöttischen Kommentaren wie „Ich bin wohl plötzlich unbeliebt geworden“ oder „Scheint so, als hätte ich alle meine Freunde verloren“ – Humor ist in der SEO-Szene ja eine gern genutzte Überlebensstrategie.
Einer der verbreitetsten Posts zeigte zwei Screenshots: einer vom Februar mit zehntausenden eingehenden Links, der andere vom 21. Mai mit wenigen Hundert. Die Diskrepanz war einfach zu groß, um sie als Normalfall zu akzeptieren. Irgendetwas war da ganz offensichtlich im Argen.
Und nicht nur Einzelne waren betroffen – nahezu die gesamte Community berichtete über identische Anomalien. Solche Breite lässt sich nicht durch vereinzeltes Fehlverhalten erklären, sondern weist auf ein systemweites Problem hin.
Reaktionen aus der Community
Wie meist in solchen Situationen, landeten die Beschwerden und Beobachtungen schnell auf Plattformen wie X oder Bluesky. Mehrere bekannte SEO-Persönlichkeiten tauschten sich dort aus, bestätigten die Beobachtungen und suchten nach Mustern. Manche vermuteten, dass Betroffene in bestimmten Regionen oder Kontotypen konzentriert seien, andere hielten es für reinen Zufall, wer wann welche Daten sah.
Aus meiner Erfahrung heraus ist das typische Verhalten bei einem Google-Bug: Zuerst kommen die vereinzelten Berichte – jemand meint, etwas stimme nicht. Dann melden sich immer mehr, die Ähnliches sehen. Und innerhalb weniger Stunden weiß man: Okay, es liegt an Google, nicht an uns.
Ein Blick auf die Zahlen
Um das Ausmaß zu verdeutlichen: In meinem eigenen Testprojekt fiel die Zahl der externen Links laut Bericht um rund 87,5 %. Das bedeutet, fast neun von zehn Backlinks „verschwanden“ über Nacht aus der Statistik. Das betrifft nicht nur kleine oder neue Seiten, sondern auch etablierte, regelmäßige gepflegte Domains. Und überall das gleiche Muster – ein plötzlicher Absturz, der keinerlei reale Entsprechung hatte.
Viele SEOs dokumentierten den Verlauf, um den Unterschied sichtbar zu machen:
– Februar 2026: stabile Linkzahlen, leichte wöchentliche Schwankungen
– Mai 2026: massive Einbrüche, teils komplett leere Listen
So ein Sprung lässt sich mit keiner natürlichen Entwicklung, keinem Spamfilter und keinem Datenupdate erklären. Deshalb tendierten die meisten erfahrenen Nutzer sehr schnell zu einer klaren Diagnose: Das ist ein Bug, nicht die Realität.
Was tun, wenn du betroffen bist?
Der erste Impuls vieler Webmaster ist natürlich Panik. Verständlich, immerhin hängen Rankings, Kunden-Berichte oder sogar Investorenverhandlungen manchmal von solchen Daten ab. Aber in diesem Fall ist Gelassenheit angebracht. Google selbst bestätigte inzwischen indirekt, dass man sich die Sache ansieht.
John Mueller – einer der bekannten Google-Sprecher, der in der SEO-Community oft als Schnittstelle dient – reagierte auf entsprechende Posts und schrieb sinngemäß, dass man intern prüfe, ob etwas Ungewöhnliches vorliegt. Wegen des anstehenden langen Wochenendes könne die Überprüfung aber etwas dauern. Das klang typisch vorsichtig, aber immerhin als Zeichen dafür, dass das Problem angekommen ist.
Mehr Information als diese kurze Rückmeldung gibt es momentan nicht. Google hat bisher keine offizielle Stellungnahme oder einen Statusbericht veröffentlicht. Wer die Vergangenheit kennt, weiß: Solche Fehler behebt der Konzern oft still, ohne groß darüber zu kommunizieren.
Wie du dich in der Zwischenzeit verhalten solltest
1. Keine voreiligen Schlüsse. Wenn deine Linkzahlen in der Search Console plötzlich auf null gefallen sind, heißt das nicht, dass du wirklich keine Links mehr hast.
2. Nicht neu disavowen oder Rankings checken, um Ursachen zu suchen. Dein Ranking ist vollkommen unabhängig von diesem Anzeigeproblem.
3. Externe Tools nutzen. Plattformen wie Ahrefs, Majestic oder Sistrix arbeiten mit ihren eigenen Indizes. Du kannst dort gegenprüfen, ob deine Links real noch bestehen (was sie mit hoher Wahrscheinlichkeit tun).
4. Abwarten. Erfahrungsgemäß dauert es wenige Tage bis maximal zwei Wochen, bis solche Bugs korrigiert sind.
Ich erinnere mich an ähnliche Fälle in den letzten Jahren – etwa 2019 und 2023 – bei denen Berichte in der Search Console falsche Werte ausgaben. Damals war das Problem nach kurzer Zeit wieder behoben, ohne dass Nutzer selbst etwas tun mussten.
Technischer Hintergrund: Wo könnte der Fehler liegen?
Natürlich können wir nur spekulieren, aber ein paar Vermutungen sind naheliegend. Der Link-Bericht greift nicht direkt auf dieselben Daten zu wie die Suchergebnisse. Hintergrund ist ein separates Reporting-System, das verschiedene Quellen (Indexdatenbanken, Crawlerprotokolle, Linkgraphen) zusammenführt. Wenn dort ein einzelner Prozess fehlerhaft läuft – sagen wir etwa ein Index-Shard, der nicht aktualisiert wird – kann das schnell zu massiven Fehlanzeigen führen.
Eine andere Möglichkeit ist, dass Google temporär die Darstellung umgestellt oder das Ranking von Verknüpfungen neu priorisiert hat. Auch in solchen Übergangsphasen kann es passieren, dass Datensätze zeitweise unvollständig erscheinen. Doch da die Ausfälle diesmal wirklich flächendeckend waren, spricht vieles für einen simplen, aber großflächigen technischen Defekt.
Warum solche Fehler selten, aber folgenlos sind
Viele SEO-Anfänger unterschätzen, dass die Search Console kein Echtzeitwerkzeug ist. Die Daten darin sind mehrere Tage alt und stammen aus einer Art Aggregation. Deshalb kann ein Fehler im Datenimport zu großen Sprüngen führen, ohne dass die Suchergebnisse selbst betroffen wären. Mit anderen Worten: Auch wenn der Bericht Unsinn zeigt, deine Rankings sind davon unberührt.
Ich habe einige Kunden, die in solchen Momenten regelrecht Panik bekommen, weil sie denken, Google habe ihre gesamte Sichtbarkeit abgestraft. Aber die Search Console ist nur ein Spiegel – nicht der Motor.
Stimmen aus der Praxis
Wenn du dich auf Bluesky oder X umgesehen hast, wirst du viele Screenshots gesehen haben, die das Problem bestätigen. Ein Nutzer berichtete etwa, er habe zwei Kundenkonten durchgeschaltet und überall Nullwerte gesehen. Ein anderer postete lakonisch: „Ganz klar ein Bug, ich seh’s ebenfalls.“ Und wieder ein anderer schrieb mit einem Augenzwinkern: „Dieses Mal hat’s Google aber richtig zerschossen.“
Solche Rückmeldungen zeigen, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt. In der SEO-Welt reagiert man auf solche Dinge schnell, weil Veränderungen an der Search Console unmittelbar für Unsicherheit sorgen. Viele Agenturen nutzen diese Daten für regelmäßige Reports an Kunden. Wenn die plötzlich leer sind, steht man erstmal doof da.
Wie man professionell damit umgeht
In solchen Momenten hilft Kommunikation. Wenn du für Kunden arbeitest, solltest du transparent sagen, dass die Anomalie aktuell systembedingt durch Google verursacht wird. Am besten belegst du das mit Screenshots globaler Diskussionen oder bekannten SEOs, die das Gleiche berichten. Das schafft Vertrauen und vermeidet Missverständnisse.
Ich selbst verschicke in solchen Fällen eine kurze Status-Mail: „Google zeigt derzeit falsche Linkdaten an, betrifft viele Accounts, wir behalten’s im Auge.“ – Das nimmt Panik raus und zeigt, dass du die Lage im Griff hast. Danach kann man sich zurücklehnen und abwarten.
Was wir aus dem Vorfall lernen können
Solche Bugs sind ärgerlich, aber sie erinnern uns daran, dass die Search Console keine perfekte Quelle ist. Sie ist ein mächtiges Werkzeug, aber am Ende nur ein Messinstrument, das auch mal danebenliegen kann. Und: Sie ist nicht das Internet selbst. Wenn du SEO ernsthaft betreibst, solltest du lernen, Datenquellen im Kontext zu interpretieren und niemals blind einzelnen Metriken zu vertrauen.
Ein interessanter Nebeneffekt: Immer wenn Google-Daten flächendeckend ausfallen, beobachten viele SEOs, wie sich die Abhängigkeit von exakten Zahlen relativiert. Man fängt wieder an, SEO als Prozess zu verstehen – nicht als Zahlenspielerei.
Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn Google in solchen Fällen etwas offener kommunizieren würde. Ein kurzer Hinweis im Dashboard „Linkdaten derzeit unvollständig“ würde vielen die Nerven sparen. Aber so arbeitet Google eben selten – man reagiert nur, wenn der Druck groß genug wird.
Das Statement von Google
Das bisher einzige halboffizielle Signal kam – wie gesagt – von John Mueller auf Bluesky. Er bedankte sich bei denjenigen, die auf das Problem hinwiesen, und versprach, dass das Team einen Blick darauf wirft. Sein Ton war ruhig, professionell und typisch für Google-Kommunikation: möglichst wenig Verbindlichkeit, aber höflich genug, um zu zeigen, dass man zuhört.
Zwischen den Zeilen klang durch, dass wegen des langen Wochenendes – vielleicht Feiertage in verschiedenen Ländern – die Untersuchung etwas dauern könnte. Wer Google kennt, weiß: das bedeutet oft, dass erst in den nächsten Tagen ein Patch folgt.
Realistische Erwartungen
Ich würde also nicht erwarten, dass du bereits am nächsten Tag korrekte Daten siehst. Erfahrungsgemäß braucht es 5 bis 10 Tage, bis die interne Pipeline wieder sauber läuft und ältere Daten nachträglich aufgefüllt werden. Aber das passiert. Und keine Sorge, deine Links selbst gehen dadurch nicht verloren. Nur die Anzeige war gestört.
Fazit
Wenn du im Mai 2026 plötzlich einen Linkeinbruch in deiner Google Search Console gesehen hast, liegt das höchstwahrscheinlich nicht an deiner Website. Du hast nichts falsch gemacht, deine Backlinks sind noch da, und deine Rankings werden davon nicht beeinflusst. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen temporären Bug im Linkbericht von Google.
Bleib also gelassen, überprüfe gegebenenfalls mit externen Tools, und warte ab, bis Google das Problem korrigiert. Alles deutet darauf hin, dass es sich nur um einen Darstellungsfehler in den Daten handelt.
Aus meiner Erfahrung kommen solche Aussetzer immer mal wieder vor. Meist sind sie nach kurzer Zeit vergessen, doch sie zeigen eindrucksvoll, wie abhängig wir von Googles Tools geworden sind. Vielleicht ist das der wahre Lerneffekt dieser Geschichte – dass man SEO noch immer mit einer gewissen Portion Gelassenheit und Humor betreiben sollte.







