Google Ranking Volatilität 23 Bis 24 September und Spam Update

Tom Brigl  –

Veröffentlicht:

30.09.2026,

Letzte Aktualisierung:

30.09.2026
Inhaltsverzeichnis

Wenn du rund um den 23. und 24. September plötzlich Bewegung in deinen Google-Rankings gesehen hast, bist du damit ziemlich sicher nicht allein. Die Signale deuten auf eine spürbare Phase von Ranking-Volatilität hin, also auf stärkere Schwankungen in den Suchergebnissen. Einige Beobachtungen legen nahe, dass die Bewegung vielleicht schon am 22. September begonnen hat, richtig auffällig wurde sie aber vor allem am 23. und 24. September.

Bemerkenswert ist dabei nicht nur, dass Rankings wieder einmal durcheinandergeraten sind. Das passiert bei Google ja regelmäßig. Auffällig ist eher die Kombination aus mehreren Dingen: verschiedene Tracking-Tools zeigen Ausschläge, in SEO-Foren berichten Website-Betreiber von starken Traffic-Verlusten, Google Discover scheint bei vielen Seiten nur noch sehr kurz zu „zünden“, und gleichzeitig wurde bekannt, dass ein Spam-Update im September 2026 ausgerollt wird. Das verändert die Einordnung deutlich. Was zunächst wie ein weiteres unbestätigtes Ranking-Beben aussah, hängt sehr wahrscheinlich zumindest teilweise mit diesem Update zusammen.

Aus meiner Erfahrung ist genau diese Phase für Seitenbetreiber besonders unangenehm. Nicht der große Einbruch nach einem klar benannten Core Update ist das Schlimmste, sondern dieses diffuse Wackeln: Heute hoch, morgen runter, Discover kurz lebendig, dann wieder tot, organische Suche flach oder rückläufig. Du schaust in deine Analytics-Daten und fragst dich: Ist das ein technisches Problem? Ein Algorithmus? Saison? Konkurrenz? Oder hat Google gerade wieder an mehreren Schrauben gleichzeitig gedreht? Ganz ehrlich: Oft ist es am Anfang schwer, das sauber auseinanderzuhalten.

Starke Schwankungen rund um den 23. und 24. September

Die zentrale Beobachtung lautet: In den Google-Suchergebnissen gab es rund um den 23. und 24. September erneut deutliche Bewegungen. Manche Hinweise zeigen sogar auf den 22. September als möglichen Startpunkt. Danach setzten sich die Schwankungen weiter fort.

Das Wort Volatilität klingt ein bisschen technisch, meint aber im Alltag etwas sehr Einfaches: Rankings springen stärker als üblich. Keywords, die stabil auf Seite eins standen, fallen plötzlich ab. Andere steigen ohne offensichtlichen Grund. Traffic kann bei manchen Seiten massiv einbrechen, während andere vielleicht profitieren. Und weil Google nie alle Details offenlegt, bleibt am Anfang häufig nur der Blick auf Muster.

Solche Muster gab es im September bereits mehrfach. Schon um den 15. September herum waren stärkere Bewegungen sichtbar. Davor gab es eine merkwürdige Phase zwischen dem 4. und 13. September. Zusammengenommen wirkt der Monat nicht wie ein einzelnes Ereignis, sondern eher wie eine Reihe von kleineren oder größeren Anpassungen. Ob diese alle direkt zusammenhängen, lässt sich von außen natürlich nicht sicher sagen. Aber es fühlt sich, salopp gesagt, nicht nach normalem Tagesrauschen an.

Interessant ist auch: Das allgemeine „Gerede“ in der SEO-Community scheint inzwischen etwas leiser geworden zu sein. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass weniger passiert. Eine mögliche Erklärung ist sogar recht bitter: Viele Websites bekommen ohnehin weniger Google-Traffic als früher. Wenn weniger Traffic ankommt, fallen Schwankungen in absoluten Zahlen manchmal weniger laut auf. Oder Betreiber sind schlicht erschöpft, weil jede Woche irgendein neues Muster auftaucht.

Ich kenne das aus Projekten sehr gut. Früher hast du bei einem Update oft gesehen: organische Suche fällt um 30 Prozent, Discover bleibt stabil, Direktzugriffe unverändert. Heute ist es oft unordentlicher. Discover bricht weg, organische Suche bewegt sich nur leicht, einzelne Top-Keywords verschwinden, andere kommen zurück, und im Shop passiert trotzdem nichts. Man starrt auf mehrere Dashboards und jedes erzählt eine andere Geschichte.

Unbestätigt, dann doch mit größerem Kontext

Zunächst sah es nach einem unbestätigten Google-Ranking-Update aus. Mehrere Signale deuteten darauf hin, aber es gab anfangs keine klare offizielle Einordnung. Viele SEOs hatten ohnehin schon damit gerechnet, dass bald ein bestätigtes Core Update kommen könnte. Die Frage lag also nahe: Sind diese kleineren, unbestätigten Bewegungen vielleicht Vorboten eines größeren Updates?

Dann kam die wichtige Ergänzung: Google hat bestätigt, dass das September-2026-Spam-Update mit dem Rollout begonnen hat. Damit wird die Lage klarer, aber nicht automatisch einfacher. Ein Spam-Update bedeutet nicht zwangsläufig, dass nur offensichtliche Spam-Seiten betroffen sind. Solche Updates können auch Grenzbereiche berühren: schwache Inhalte, massenhaft produzierte Seiten, aggressive Affiliate-Setups, minderwertige automatische Inhalte, manipulative Muster oder Websites, die Google aus irgendeinem Grund weniger vertrauenswürdig bewertet.

Und trotzdem: Nicht jeder Verlust in so einer Phase ist automatisch eine Spam-Abwertung. Das ist wichtig. Ich würde nie empfehlen, sofort alles umzubauen, nur weil der Traffic an zwei Tagen fällt. Gerade während eines Rollouts sind Daten oft unruhig. Manchmal siehst du erst nach einigen Tagen oder sogar Wochen, ob ein Trend wirklich bleibt.

Was die Tracking-Tools zeigen

Viele bekannte SEO-Tracking-Tools zeigten in den betreffenden 24 Stunden einen Ausschlag. Dazu gehören unter anderem AccuRanker, CognitiveSEO, DataForSEO, Zutrix, Wincher, AWR, Serpstat, Mozcast, SEMrush, SimilarWeb, Mangools, Algoroo und Sistrix. Ein aggregierter Blick über mehrere Tools hinweg zeigte ebenfalls erhöhte Bewegung.

Man muss bei solchen Tools immer ein bisschen vorsichtig sein. Sie messen nicht deinen individuellen Markt, sondern beobachten meist größere Keyword-Sets, Länder, Gerätetypen oder bestimmte SERP-Muster. Ein Ausschlag dort heißt nicht automatisch, dass jede Website betroffen ist. Aber wenn mehrere Tools gleichzeitig stärkere Bewegung melden, sollte man hinhören. Es ist ein bisschen wie Wetterradar: Es sagt dir nicht, ob es exakt vor deiner Haustür regnet, aber wenn überall Gewitterzellen auftauchen, nimmst du besser einen Schirm mit.

Besonders auffällig war, dass einige Tools bereits in den Tagen vor dem 23. September erhöhte Werte zeigten. Andere zogen später nach. Das passt zu dem Eindruck, dass Google nicht einen einzelnen Schalter umgelegt hat, sondern dass die Suchergebnisse über mehrere Tage hinweg nachjustiert wurden.

Bei solchen Phasen schaue ich persönlich weniger auf ein einzelnes Tool und mehr auf die Schnittmenge. Wenn nur ein Tool ausschlägt, kann es ein Messproblem sein. Wenn fünf, sechs oder mehr Tools ähnliche Bewegungen sehen, wird es interessanter. Und wenn parallel echte Seitenbetreiber von Traffic-Verlusten berichten, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass tatsächlich etwas im Ranking-System passiert.

Warum Tool-Daten allein nicht reichen

Die Daten der Tools zeigen eine erhöhte Volatilität, aber sie erklären nicht, warum eine bestimmte Seite gewinnt oder verliert. Genau da machen viele den Fehler: Sie sehen einen Ausschlag, nennen es „Update“, und suchen sofort nach einer einzigen Ursache. Zu dünne Inhalte? Backlinks? KI-Texte? Technisches SEO? Produktseiten? News? Alles möglich, aber ohne Segmentierung tappst du im Dunkeln.

Du solltest dir deshalb zuerst deine eigenen Daten ansehen. Nicht nur Gesamttraffic. Der Gesamttraffic ist oft die schlechteste Kennzahl, weil er alles zusammenwirft. Besser ist es, getrennt zu betrachten: Google Search, Google Discover, Google News, einzelne Verzeichnisse, einzelne Seitentypen, Desktop und Mobile, Länder, Marken- und Nicht-Marken-Suchanfragen. Erst dann sieht man manchmal, wo es wirklich brennt.

Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Website meldet „Google-Traffic minus 40 Prozent“. Klingt dramatisch. Beim genaueren Blick stellt sich heraus: Die organische Suche ist nur leicht gefallen, aber Discover ist nahezu verschwunden. Das ist ein völlig anderes Problem als ein klassischer Ranking-Verlust. Bei einer anderen Seite wiederum bleibt Discover stabil, aber zehn kommerzielle Keywords verlieren stark. Gleiche Überschrift im Reporting, komplett andere Ursachen.

Google Discover wirkt für viele instabiler als früher

Der auffälligste Teil der Rückmeldungen betrifft Google Discover. Mehrere Betreiber beschreiben ein ähnliches Muster: Artikel bekommen kurz Traffic, manchmal nur für ein bis drei Stunden, und danach ist der Schub vorbei. Früher konnten einzelne Beiträge dort deutlich länger laufen, teilweise einen ganzen Tag oder länger. Jetzt scheint dieser Effekt bei manchen Seiten nach wenigen Stunden zu verpuffen.

Eine Rückmeldung brachte es sinngemäß so auf den Punkt: Die „Discover-Magie“ scheint langsam zu verschwinden. Eine andere Beobachtung: Am Wochenende lief es zunächst gut, dann wurde es ab Sonntag schwächer, und am nächsten Tag startete der Traffic erst spät und deutlich reduziert. Wieder andere berichten, dass der letzte wirklich lange Discover-Lauf am 13. September stattfand. Danach seien die Ausschläge viel kürzer geworden, teils mit einem Rückgang von 70 Prozent im Discover-Traffic.

Das ist für News-Seiten, Publisher und contentlastige Websites natürlich brutal. Discover ist kein normaler Suchkanal. Du kannst ihn nicht so direkt planen wie Rankings auf bestimmte Keywords. Wenn Discover funktioniert, kann es enorme Reichweite bringen. Wenn es wegbricht, fühlt es sich an, als hätte jemand den Hahn zugedreht. Und oft weißt du nicht, was du konkret ändern sollst.

Ich finde Discover immer ein bisschen wie ein Schaufenster in einer belebten Straße. Manchmal stellt Google deinen Artikel vorne rein, viele Leute bleiben stehen, und du bekommst in kurzer Zeit viel Besuch. Aber du besitzt dieses Schaufenster nicht. Du darfst nur hoffen, dass dein Inhalt dort auftaucht. Wenn Google entscheidet, morgen andere Dinge zu zeigen, kannst du nicht einfach anrufen und fragen, warum.

Kurzlebige Reichweite statt stabiler Sichtbarkeit

Besonders frustrierend ist das Muster „Artikel startet gut, nach ein paar Stunden ist alles weg“. Das ist nicht nur psychologisch nervig, sondern auch operativ schwierig. Redaktionen planen Themen, Veröffentlichungszeiten, Push-Nachrichten, Social-Verteilung und Monetarisierung teilweise mit der Erwartung, dass ein starker Artikel zumindest ein bisschen länger trägt. Wenn Discover aber nur noch kleine, kurze Peaks liefert, verändert das die gesamte Content-Ökonomie.

Einige Betreiber beschreiben außerdem, dass Discover-Feeds weiterhin mit minderwertigen oder spamartigen Inhalten gefüllt seien, während ihre eigenen Inhalte weniger Reichweite bekommen. Das ist natürlich subjektiv, aber diese Wahrnehmung taucht immer wieder auf: Gute Inhalte verlieren, fragwürdige Inhalte bleiben sichtbar. Ob das im Einzelfall stimmt, müsste man sauber prüfen. Aber als Stimmungsbild ist es relevant.

Hinzu kommt: Wenn Werbeeinnahmen von Discover abhängen, schlagen diese Veränderungen direkt durch. Eine Rückmeldung spricht von fast halbierten Werbeeinnahmen im September. Das ist kein kleiner Ausschlag mehr, sondern kann für kleinere Publisher existenziell werden.

Traffic-Verluste, Ranking-Rückgänge und die Sache mit dem „Müll-Traffic“

Neben Discover gab es auch Berichte über stark fallenden Gesamttraffic. Ein Betreiber beschrieb normale Werte am Montag, dann nach einem Cloudflare-Problem etwa 60 Prozent weniger Traffic am Dienstag und am folgenden Tag nach elf Stunden sogar 80 Prozent weniger. Interessant war dabei die Aussage, dass „Garbage Traffic“ weiterhin normal laufe. Gemeint ist damit vermutlich minderwertiger, wenig konvertierender oder unerwünschter Traffic, während wertvoller Traffic wegbricht.

Solche Aussagen sollte man nicht überinterpretieren, aber sie zeigen ein bekanntes Problem: Nicht jeder Besucher ist gleich wertvoll. Wenn deine Rankings für kaufnahe oder thematisch passende Suchanfragen fallen, aber irrelevante Besucher bleiben, sieht der Gesamtverlust vielleicht gar nicht so extrem aus. Umsatz, Leads oder Anzeigenqualität können trotzdem massiv leiden.

Andere berichten davon, dass Rankings gerade einbrechen, obwohl ohnehin kaum noch Traffic über die klassische organische Suche kam. Das ist eine ziemlich ernüchternde Kombination: Discover liefert weniger, organische Suche bringt kaum Ersatz, und dann verlieren auch noch Top-Positionen an Stabilität.

Ein weiteres Muster: Manche sehen regelmäßig, dass sie etwa 20 Prozent ihrer Top-Ranking-Begriffe verlieren, bis ein Tiefpunkt erreicht ist. Danach kehrt sich das Ganze wieder um und die Sichtbarkeit steigt erneut. Solche Zyklen können sich über Monate ziehen. Wenn du das schon länger beobachtest, kennst du dieses Gefühl: Man weiß rational, dass es wieder drehen kann, aber während des Abstiegs fühlt es sich trotzdem mies an.

Shops spüren Schwankungen oft schneller im Umsatz

Besonders spannend ist die Beobachtung aus dem E-Commerce-Bereich: Ein Shop hatte ein gutes Wochenende, einen ordentlichen Montag, dann ging es ab Dienstag deutlich abwärts. An einem Tag kamen sogar gar keine Verkäufe über Google-Traffic zustande. Das ist am Ende die härteste Kennzahl. Rankings sind wichtig, Sichtbarkeit auch, aber wenn Verkäufe ausbleiben, wird es schnell sehr real.

Gerade Shops sollten in solchen Phasen nicht nur Ranking-Positionen ansehen. Wichtig ist auch, welche Landingpages betroffen sind. Sind es Kategorie-Seiten? Produktseiten? Ratgeberinhalte? Markenbegriffe? Preisvergleichsnahe Suchanfragen? Lokale Queries? Bei einem Spam-Update würde ich außerdem besonders genau auf Inhalte schauen, die automatisiert, dupliziert, dünn oder stark templatisiert wirken. Nicht panisch löschen, bitte nicht. Aber prüfen.

Manchmal ist eine technische Kleinigkeit der Verstärker. Indexierungsprobleme, Canonical-Fehler, versehentlich noindex gesetzte Seiten, langsame Antwortzeiten, CDN-Probleme oder Tracking-Lücken können genau in so einer Update-Phase für Verwirrung sorgen. Deshalb gehört zur Analyse immer auch ein kurzer technischer Gesundheitscheck. Nicht, weil jedes Update technisch verursacht wird, sondern weil man sonst Gespenster jagt.

Was du jetzt sinnvollerweise tun solltest

Der wichtigste Rat zuerst: Reagiere nicht hektisch auf zwei oder drei Tage Daten. Gerade bei einem laufenden Update können Rankings springen, zurückkommen, wieder fallen und sich danach neu einpendeln. Wenn du in dieser Phase großflächig Inhalte löschst, interne Links umbaust oder Seitentitel massenhaft änderst, machst du die Analyse später fast unmöglich.

Was du aber tun solltest: Markiere den Zeitraum sauber in deinen Analytics- und SEO-Tools. Notiere dir den 22., 23. und 24. September als mögliche Startpunkte der Volatilität und zusätzlich den Beginn des Spam-Update-Rollouts. Solche Notizen sind Gold wert, wenn du drei Wochen später versuchst, Muster zu verstehen.

Dann segmentiere. Schau dir nicht nur „Google gesamt“ an. Trenne Google Search, Google Discover, gegebenenfalls Google News, einzelne Verzeichnisse und Seitentypen. Vergleiche nicht nur mit dem Vortag, sondern auch mit den gleichen Wochentagen der Vorwochen. Bei News-Seiten ist Tagesvergleich oft unfair, weil Themenlage und Veröffentlichungsrhythmus stark schwanken.

Wenn Discover betroffen ist, prüfe besonders, ob sich das Muster über viele Artikel zieht oder nur einzelne Themen betrifft. Wenn jeder Beitrag nur noch kurz läuft, ist das ein anderes Signal als wenn nur bestimmte Autoren, Kategorien oder Themen abstürzen. Wenn klassische Rankings betroffen sind, arbeite keyword- und seitenbasiert. Welche Suchintentionen sind verloren gegangen? Informational? Commercial? Navigational? Lokale Ergebnisse?

Bei Verdacht auf Spam-Update-Betroffenheit lohnt sich ein nüchterner Qualitätscheck. Nicht mit der Frage „Ist mein Inhalt gut?“, denn darauf antwortet fast jeder automatisch ja. Besser: Würde ein echter Nutzer diese Seite gegenüber anderen Ergebnissen bevorzugen? Gibt es eigene Erfahrung, echte Recherche, klare Struktur, hilfreiche Details? Oder ist der Text austauschbar, aufgeblasen und nur gebaut, um ein Keyword zu bedienen?

Mein persönlicher Blick auf die Lage

Für mich sieht diese Phase nach einer Mischung aus Ranking-Neubewertung, Discover-Umbau und Spam-Signalen aus. Vielleicht ist das nicht ganz sauber getrennt, und genau das macht es so unbequem. Die Tools melden Bewegung, Betreiber berichten von Einbrüchen, Discover wirkt instabil, und Google hat ein Spam-Update bestätigt. Das reicht, um die Sache ernst zu nehmen.

Gleichzeitig wäre ich vorsichtig mit schnellen Schuldzuweisungen. Nicht jeder Rückgang bedeutet, dass deine Website „Spam“ ist. Nicht jeder Discover-Verlust bedeutet, dass dein Content schlecht ist. Und nicht jeder Tool-Ausschlag bedeutet, dass du etwas ändern musst. Manchmal verschiebt Google einfach die Gewichtung, testet neue Muster oder verteilt Traffic anders. Das hilft dir zwar im Tagesgeschäft wenig, aber es schützt vor schlechten Schnellschüssen.

Wenn du betroffen bist, würde ich die nächsten Tage vor allem beobachten, sauber dokumentieren und gezielt analysieren. Kleine technische Checks ja. Daten segmentieren ja. Qualitätsmuster prüfen ja. Aber große Umbauten erst, wenn du ein klares Muster siehst. Updates sind oft laut am Anfang und verständlicher im Rückblick.

Die unangenehme Wahrheit bleibt: Die Abhängigkeit von Google, besonders von Discover, wird für viele Seiten immer riskanter. Kurze Traffic-Spitzen, weniger planbare Reichweite und schwankende Rankings machen es schwer, verlässlich zu arbeiten. Umso wichtiger ist es, eigene Kanäle, wiederkehrende Nutzer, Newsletter, Apps oder direkte Markenzugriffe aufzubauen. Das klingt langweilig, ich weiß. Aber wenn Discover plötzlich nur noch drei Stunden liefert statt vierundzwanzig, wirkt ein stabiler eigener Kanal auf einmal sehr attraktiv.

Rund um den 23. und 24. September sprechen die Signale jedenfalls klar für eine relevante Bewegung in der Google-Suche. Ob deine Seite dauerhaft betroffen ist, entscheidet sich nicht an einem einzelnen schlechten Tag. Entscheidend ist, ob sich ein Muster verfestigt: weniger Discover-Reichweite, schwächere Top-Rankings, schlechtere Conversion aus Google-Traffic oder Verluste in bestimmten Seitentypen. Genau dort solltest du hinschauen. Ruhig, aber gründlich.

Tom Brigl

Tom ist Dipl. Betrw. und Geschäftsführer. Er bringt 21 Jahre E-Commerce-Erfahrung sowie 17 Jahre eigenes Agentur-Business mit.
Sein Ding: SEO und GEO für Online-Shops – damit du bei Google und in der KI-Suche gefunden wirst.

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