Google hat das Spam Update für September 2026 gestartet. Wenn du eine Website betreibst, SEO verantwortest oder einfach regelmäßig auf organischen Traffic schaust, ist das eines dieser Updates, bei denen man nicht sofort in Panik verfallen sollte – aber die Hände komplett in den Schoß legen würde ich auch nicht. Der Rollout soll bis zu zwei Wochen dauern, und genau das macht die Sache etwas unangenehm: Du bekommst nicht unbedingt an einem einzigen Tag ein klares Signal, sondern möglicherweise schrittweise Bewegungen, Schwankungen, kleine Erholungen, erneute Einbrüche. Aus meiner Erfahrung sind solche Phasen oft schwerer zu lesen als ein harter, kurzer Algorithmus-Knall.
Das Update wird weltweit ausgerollt und betrifft alle Sprachen und Regionen. Es geht also nicht nur um englischsprachige Seiten oder bestimmte Märkte. Wenn du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz arbeitest, bist du genauso im potenziellen Wirkungsbereich wie ein Projekt in den USA, Indien oder Spanien. Google beschreibt es als normales Spam Update, das gegen Websites gerichtet ist, die gegen die Spam-Richtlinien der Suche verstoßen. Klingt zunächst sauber abgegrenzt. In der Praxis ist es aber selten ganz so steril. Denn auch wenn Google sagt, dass solche Updates Spam treffen sollen, gibt es bei größeren Algorithmusänderungen fast immer Fälle, bei denen Website-Betreiber sich fragen: „Warum eigentlich ich?“
Wichtig ist: Dieses Update ist nach aktuellem Stand kein Link-Spam-Update. Es richtet sich also nicht ausdrücklich gegen Link-Spam als eigenes Thema. Ebenso wurde nicht gesagt, dass jede einzelne Spam-Richtlinie neu bewertet oder verändert wurde. Das ist ein kleiner, aber relevanter Unterschied. Ein Link-Spam-Update hätte andere Konsequenzen, weil entwertete Links oft nicht einfach durch spätere Korrekturen wieder denselben Rankingvorteil bringen. Beim September-Update 2026 geht es breiter um Spam-Signale in der Suche, wobei Google keine detaillierte Liste veröffentlicht hat, welche Muster nun schärfer erkannt werden.
Was das September 2026 Spam Update konkret bedeutet
Der offizielle Start war am 24. September 2026, ungefähr gegen Mittag US-Ostküstenzeit. Google kündigte an, dass der Rollout bis zu zwei Wochen dauern kann. Das ist bemerkenswert, weil die vorherigen Spam Updates im Jahr 2026 deutlich schneller durch waren. Das August-Update dauerte nur wenige Tage, ebenso die Updates davor. Dass Google diesmal ausdrücklich von einem längeren Zeitraum spricht, ist kein Detail, das man überlesen sollte.
Wenn ein Spam Update zwei Wochen läuft, heißt das für dich: Ein Rankingverlust am ersten Tag muss nicht der endgültige Zustand sein. Ein Anstieg am zweiten Tag auch nicht. Die Suchergebnisse können während dieser Zeit noch mehrfach neu sortiert werden. Ich habe in solchen Rollouts schon erlebt, dass Seiten zunächst verlieren, dann teilweise zurückkommen und später wieder nachgeben. Das fühlt sich für Betreiber eines Shops oder eines Publisher-Projekts natürlich nicht besonders angenehm an. Aber es gehört zum Verhalten solcher Updates.
Google selbst beschreibt Spam Updates generell so: Die automatisierten Systeme zur Spam-Erkennung laufen ständig, aber gelegentlich werden größere Verbesserungen vorgenommen. Dann spricht Google von einem Spam Update. Ein zentraler Bestandteil dieser Spam-Bekämpfung ist SpamBrain, ein KI-basiertes System, das Suchspam erkennen und neue Spam-Muster besser erfassen soll. Das ist durchaus wichtig, denn Spam sieht heute nicht mehr aus wie vor zehn Jahren. Früher dachte man bei Spam sofort an Keyword-Stuffing, automatisch generierte Doorway-Seiten oder offensichtliche Linknetzwerke. Heute ist vieles glatter. Dünne KI-Inhalte, skalierte Landingpages, scheinbar hilfreiche Ratgeber ohne echte Substanz, manipulierte Strukturen – das kann auf den ersten Blick professionell aussehen.
Dieses Update soll Websites treffen, die gegen Googles Spam-Richtlinien verstoßen. Darunter fallen beispielsweise irreführende Praktiken, massenhaft erzeugte Inhalte ohne echten Mehrwert, Cloaking, gehackte Inhalte, missbräuchliche Weiterleitungen oder andere Manipulationsversuche. Ob genau diese Bereiche diesmal besonders stark betroffen sind, wurde nicht im Detail gesagt. Und genau da beginnt die typische SEO-Unsicherheit: Man weiß, dass Google etwas an der Spam-Erkennung verbessert hat, aber nicht exakt, an welcher Schraube gedreht wurde.
Ich würde deshalb nicht sofort jedes Rankingminus als Spam-Strafe interpretieren. Das ist ein häufiger Fehler. Wenn dein Sichtbarkeitsindex sinkt oder einzelne Keywords wegbrechen, muss das nicht automatisch heißen, dass Google dich als Spammer einstuft. Es kann auch sein, dass Wettbewerber neu bewertet wurden, dass Suchintentionen anders gewichtet werden oder dass bestimmte SERPs allgemein stark schwanken. Trotzdem: Wenn der Verlust zeitlich sauber mit dem Update zusammenfällt, solltest du dir deine Website nüchtern anschauen. Nicht panisch. Nüchtern.
Warum die lange Rollout-Dauer auffällt
Das September-Update ist das vierte Spam Update im Jahr 2026. Zuvor gab es bereits Spam Updates im März, Juni und August. Die vorherigen drei Updates waren relativ schnell abgeschlossen, teils innerhalb von ein bis drei Tagen. Jetzt spricht Google von einem Zeitraum von bis zu zwei Wochen. Das lässt zumindest vermuten, dass die Verarbeitung oder Auswertung diesmal umfangreicher ist. Vielleicht betrifft es mehr Systeme, vielleicht mehr Signale, vielleicht braucht die Infrastruktur einfach länger. Google sagt das nicht konkret, und man sollte aus der Dauer allein keine wilden Theorien bauen. Aber auffällig ist es schon.
Ich sehe solche längeren Rollouts meistens als Hinweis, dass man mit voreiligen Analysen vorsichtig sein sollte. Viele SEOs machen den Fehler, schon nach 24 Stunden komplette Handlungsempfehlungen zu veröffentlichen. Das klingt gut, bringt aber oft wenig. In den ersten Tagen eines Updates hast du manchmal nur Zwischenstände. Du siehst Bewegung, aber noch kein Muster. Erst nach einigen Tagen – besser noch nach Abschluss – lässt sich sauberer erkennen, welche Seitentypen, Branchen oder Content-Muster wirklich betroffen sind.
Für dich bedeutet das praktisch: Beobachte deine Daten, aber ändere nicht hektisch alles auf einmal. Wenn du heute zehn Dinge an deiner Website veränderst und morgen Rankings schwanken, weißt du nicht mehr, was Ursache und was Begleitgeräusch war. Gerade bei größeren Updates ist es besser, erst zu messen, Muster zu finden und dann gezielt zu handeln. Ja, das ist langweilig. Aber SEO-Arbeit ist manchmal genau das: warten, vergleichen, sauber dokumentieren.
Ranking-Schwankungen: Was du jetzt richtig einordnen solltest
Rund um die Ankündigung des Updates wurden deutliche Volatilitäten in den Suchergebnissen beobachtet. Mehrere Tracking-Tools zeigten Bewegungen, teils schon vor der offiziellen Kommunikation, teils am Tag danach noch stärker. Solche Tools messen Veränderungen in den Suchergebnissen, also wie stark Rankings über viele Keywords hinweg hin und her springen. Sie sind hilfreich, aber nicht unfehlbar. Ich nutze solche Daten eher wie ein Wetterradar: Wenn überall dunkle Wolken zu sehen sind, nehme ich den Regenschirm mit. Aber ob es genau vor meiner Haustür regnet, muss ich trotzdem selbst prüfen.
Zu den beobachteten Tools gehörten bekannte Volatilitätsmesser wie AccuRanker, Algoroo, AWR, CognitiveSEO, DataForSEO, Mangools, Mozcast, Semrush, Serpstat, Similarweb, Sistrix, Wincher, Wireboard und Zutrix. Einige dieser Tools zeigten auffällige Ausschläge. Besonders interessant war, dass am Tag nach dem Start des Updates die Volatilität noch einmal sichtbar anzog. Das passt durchaus zu einem laufenden Rollout, bei dem Änderungen nicht sofort überall gleichzeitig greifen.
Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Nicht jede Volatilität vor oder während eines Updates ist automatisch durch genau dieses Update verursacht. Google führt ständig kleinere Änderungen durch. Außerdem können externe Faktoren hineinspielen, etwa saisonale Nachfrage, News-Ereignisse, verändertes Suchverhalten oder technische Probleme auf Websites. Wenn du also eine Bewegung siehst, solltest du nicht nur auf das Datum starren, sondern deine eigenen Daten tiefer aufschlüsseln.
Schau dir zum Beispiel an, welche Bereiche deiner Website betroffen sind. Sind es nur alte Ratgeberartikel? Produktkategorien? Lokale Landingpages? Automatisch erzeugte Tag-Seiten? Oder fällt wirklich die gesamte Domain gleichmäßig? Ein pauschaler Domain-Verlust wirkt anders als ein Einbruch in einem bestimmten Seitentyp. Manchmal findet man genau dort den entscheidenden Hinweis. Ich erinnere mich an ein Projekt, bei dem nicht die „Qualität der Website“ das Hauptproblem war, sondern ein ganzer Block alter, intern stark verlinkter Seiten, die seit Jahren niemand mehr angefasst hatte. Für Nutzer waren sie kaum noch hilfreich, aber für Google hingen sie wie Ballast am System.
Du solltest auch unterscheiden zwischen Impressionen, Klicks, Rankings und Umsatz. Ein Verlust bei Impressionen kann bedeuten, dass du für viele Longtail-Suchen nicht mehr auftauchst. Ein Klickverlust bei stabilen Rankings kann dagegen an veränderten SERP-Features liegen. Ein Umsatzrückgang kann wiederum ganz andere Gründe haben, etwa Conversion-Probleme, Preise, Lieferzeiten oder saisonale Effekte. Updates werden gerne für alles verantwortlich gemacht. Manchmal stimmt das. Manchmal ist es nur bequem.
Was du während des Rollouts lieber nicht tun solltest
Während der Rollout läuft, solltest du keine radikalen SEO-Operationen ohne saubere Grundlage starten. Keine massenhafte Löschung von Inhalten, nur weil ein Tool rot blinkt. Keine wilden Weiterleitungen. Keine panischen Title-Änderungen auf hunderten Seiten. Und bitte auch keine reflexartige Disavow-Datei, nur weil irgendwo das Wort Spam fällt. Da dieses Update ausdrücklich nicht als Link-Spam-Update beschrieben wurde, wäre ein rein linkbezogener Aktionismus vermutlich am Thema vorbei.
Was hingegen sinnvoll ist: Sichere dir deine aktuellen Daten. Exportiere Rankings, Search-Console-Daten, wichtige Landingpages, Crawling-Informationen und vielleicht auch Serverlog-Ausschnitte, wenn du damit arbeitest. Notiere, wann du welche Veränderungen gesehen hast. Wenn du später rekonstruieren musst, was passiert ist, wirst du froh sein, nicht nur eine vage Erinnerung zu haben. Das klingt trocken, aber es spart in der Analyse oft Tage.
Ich würde außerdem prüfen, ob es technische Zufälle gibt. Wurde kurz vor dem Update ein Relaunch ausgerollt? Gab es Änderungen an Robots.txt, Canonicals, JavaScript-Ausspielung oder interner Verlinkung? Hat dein CMS automatisch neue Seitentypen indexierbar gemacht? Solche Dinge passieren häufiger, als man denkt. Dann wird ein Google Update beschuldigt, obwohl intern gerade ein technisches Eigentor geschossen wurde. Nicht elegant, aber menschlich.
Wenn deine Website betroffen ist: Wo du zuerst hinschauen solltest
Google empfiehlt betroffenen Websites, die eigenen Inhalte und Praktiken mit den Spam-Richtlinien abzugleichen. Das ist als Aussage korrekt, aber natürlich ziemlich allgemein. Für die Praxis brauchst du konkretere Prüfbereiche. Ich würde mit drei Fragen beginnen: Gibt es Inhalte, die nur für Suchmaschinen erstellt wurden? Gibt es Seitentypen, die massenhaft skaliert wurden, ohne individuellen Wert zu liefern? Und gibt es Signale, die Nutzer täuschen oder Erwartungen nicht erfüllen?
Gerade der erste Punkt ist unangenehm, weil viele Websites irgendwo Inhalte haben, die ehrlich betrachtet nicht für Menschen geschrieben wurden. Reiseseiten mit 2.000 fast identischen Ortsseiten. Shops mit automatisch generierten Kategorietexten, die niemand liest. Ratgeberportale mit Artikeln, die zwar 1.500 Wörter lang sind, aber nach drei Absätzen klar machen: Hier hat niemand echte Erfahrung mit dem Thema. Das muss nicht immer böswilliger Spam sein. Aber aus Sicht einer Suchmaschine kann es trotzdem wie skalierte Minderqualität wirken.
Der zweite Punkt betrifft Skalierung. Skalierung ist nicht grundsätzlich schlecht. Große Websites brauchen Templates, Datenbanken, Automatisierung. Aber wenn aus Automatisierung Seiten entstehen, die keinen eigenständigen Nutzen bieten, wird es riskant. Stell dir eine Website vor, die für jede Stadt, jede Dienstleistung und jede Variante eine eigene Landingpage erzeugt, aber überall fast denselbe Text nutzt. Für ein paar Jahre kann das funktionieren. Dann kommt ein Update, und plötzlich wirkt das gesamte Konstrukt sehr zerbrechlich.
Beim dritten Punkt geht es um Vertrauen und Erwartung. Wenn ein Snippet etwas verspricht, was die Seite nicht liefert, wenn Nutzer über aggressive Weiterleitungen geschoben werden, wenn Inhalte hinter störenden Elementen verschwinden oder wenn Affiliate- und Werbeanteile den eigentlichen Nutzen dominieren, kann das problematisch werden. Nicht jeder aggressive Monetarisierungsansatz ist automatisch Spam, aber die Grenze ist manchmal näher, als man sich selbst eingesteht.
Erholung kann dauern – und das ist der frustrierende Teil
Google weist darauf hin, dass es Monate dauern kann, bis eine Website nach Korrekturen wieder bessere Signale sendet und von automatisierten Systemen entsprechend neu eingeordnet wird. Das ist für Betreiber schwer zu akzeptieren. Man entfernt problematische Inhalte, verbessert Seiten, räumt Strukturen auf – und dann passiert erst einmal wenig. Oder zumindest nicht sofort genug.
Bei Spam Updates ist das aber nicht ungewöhnlich. Wenn Googles Systeme über Zeit lernen müssen, dass eine Website wieder den Richtlinien entspricht, gibt es keinen garantierten „Reconsideration“-Moment wie bei manchen manuellen Maßnahmen. Es ist eher ein erneutes algorithmisches Vertrauen, das sich langsam aufbauen muss. Manchmal braucht es ein weiteres Refresh oder eine spätere Neubewertung. Genau deshalb sind halbherzige Korrekturen gefährlich. Wenn du nur drei kosmetische Änderungen machst, aber das Grundproblem bleibt, wartest du am Ende Monate – und hast nichts gewonnen.
Ich würde deshalb lieber weniger Seiten gründlich überarbeiten als tausende Seiten oberflächlich anfassen. Bei großen Projekten kann es sinnvoll sein, minderwertige Bereiche konsequent zu deindexieren, zusammenzuführen, umzuschreiben oder ganz zu entfernen. Aber auch hier: nicht blind löschen. Manche Seiten haben vielleicht schwache Rankings, aber gute Conversions. Andere bringen kaum Traffic, sind aber wichtig für Nutzer oder interne Pfade. SEO-Aufräumen ist kein Heckenschneiden mit verbundenen Augen.
Wenn du betroffen bist, erstelle dir am besten eine einfache Prioritätenlogik. Welche Seitentypen haben verloren? Welche davon sind geschäftlich wichtig? Welche zeigen klare Qualitäts- oder Spam-Risiken? Welche lassen sich realistisch verbessern? Aus diesen Fragen entsteht ein Arbeitsplan. Nicht perfekt, aber belastbar genug, um nicht in hektische Einzelmaßnahmen zu verfallen.
Warum dieses Update in den Kontext des Jahres passt
2026 war bereits von mehreren Spam Updates geprägt. Im März gab es ein sehr kurzes Update, das nur etwa einen Tag lief. Im Juni folgte ein weiteres, das nach wenigen Tagen abgeschlossen war. Im August kam noch einmal ein Spam Update, ebenfalls mit kurzer Dauer. Das September-Update fällt nun durch den längeren Rollout auf. Zusätzlich gab es in diesem Jahr auch Core Updates, und viele in der SEO-Branche rechnen ohnehin mit weiteren größeren Bewegungen.
Wenn man die Spam Updates der vergangenen Jahre betrachtet, sieht man ein wechselhaftes Bild. Manche Rollouts waren innerhalb von 24 oder 48 Stunden erledigt. Andere dauerten mehrere Wochen. Link-Spam-Updates liefen in der Vergangenheit zum Teil deutlich länger, etwa über 19 oder 29 Tage. Allgemeine Spam Updates lagen oft irgendwo zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen. Das September-Update 2026 passt mit seinen angekündigten zwei Wochen also nicht völlig aus dem Rahmen, ist aber im direkten Vergleich zu den vorherigen 2026er Updates doch auffällig lang.
Für mich zeigt diese Häufung vor allem eines: Google versucht weiterhin, Suchergebnisse gegen skalierte Manipulation robuster zu machen. Das ist keine neue Mission, aber der Druck ist größer geworden. Durch KI-gestützte Content-Produktion ist es viel einfacher, massenhaft halbwegs lesbare Inhalte zu erzeugen. Gleichzeitig werden Suchergebnisse stärker kommerzialisiert, und viele Betreiber suchen nach Abkürzungen. Da ist es wenig überraschend, dass Google seine Spam-Systeme regelmäßig nachschärft.
Das heißt nicht, dass jede Nutzung von KI riskant ist. Das wäre zu simpel. Riskant wird es, wenn Inhalte nur erzeugt werden, um Suchvolumen abzugreifen, ohne echte Erfahrung, Prüfung oder Nutzen. Wenn du KI als Werkzeug nutzt, aber fachlich sauber redigierst, eigene Perspektiven einbringst, echte Daten verwendest und Nutzerprobleme löst, sieht die Sache anders aus. Nur: Viele tun eben genau das nicht. Und solche Muster werden für Suchmaschinen zunehmend interessant.
Wie du jetzt sinnvoll weiterarbeitest
Die beste Reaktion auf dieses Update ist keine Panik, sondern klare Diagnose. Warte, bis sich der Rollout stabilisiert, aber sammle schon jetzt Daten. Vergleiche nicht nur Tageswerte, sondern Zeiträume. Schau nicht nur auf Domainebene, sondern auf Verzeichnisse, Templates, Content-Typen und Suchintentionen. Wenn du eine internationale Website betreibst, prüfe auch Sprachen getrennt. Da das Update global wirkt, können verschiedene Märkte unterschiedlich reagieren.
Wenn du keine Auffälligkeiten siehst, ist das erst einmal gut. Trotzdem lohnt sich ein kurzer Qualitätscheck. Spam Updates sind nämlich nicht nur für betroffene Seiten relevant. Sie erinnern daran, welche Praktiken langfristig gefährlich werden können. Alte, automatisch erzeugte, dünne oder manipulative Bereiche schlafen manchmal jahrelang auf einer Website. Bis sie es nicht mehr tun.
Wenn du Verluste siehst, suche nach Mustern statt nach Schuldigen. Das ist vielleicht der wichtigste Rat. Nicht: „Google hasst meine Seite.“ Sondern: „Welche Signale könnten dazu geführt haben, dass diese Seiten schwächer bewertet werden?“ Diese Denkweise ist weniger emotional und führt schneller zu Maßnahmen. Und ja, manchmal ist es überraschend, welche Seiten betroffen sind. Häufig sind es nicht die offensichtlich schlechtesten Seiten, sondern die, die algorithmisch in einer bestimmten Klasse landen: zu ähnlich, zu dünn, zu sehr auf Suchmaschinenlogik gebaut.
Am Ende ist das September 2026 Spam Update vor allem ein weiterer Hinweis darauf, dass kurzfristige SEO-Tricks immer weniger komfortabel werden. Nicht unmöglich, sicher. Aber fragiler. Wer echte Inhalte, saubere Technik, transparente Strukturen und nachvollziehbaren Nutzen bietet, schläft in solchen Wochen ruhiger. Nicht völlig ruhig – dafür sind Google Updates zu unberechenbar. Aber doch ruhiger als jemand, dessen Website aus skalierten Grauzonen besteht.
Mein pragmatisches Fazit: Beobachte die nächsten zwei Wochen sehr genau, aber reagiere nicht überstürzt. Wenn du betroffen bist, prüfe deine Website konsequent auf Spam-Risiken, dünne Inhalte, manipulative Muster und skalierte Seiten ohne echten Mehrwert. Wenn du nicht betroffen bist, nimm das Update als Anlass, alte Schwachstellen aufzuräumen. Denn solche Updates treffen selten nur das, was gestern neu entstanden ist. Häufig holen sie Dinge ein, die schon lange im System lagen.







