Google Search Console Platform Properties Social Inhalte besser finden

Tom Brigl  –

Veröffentlicht:

04.09.2026,

Letzte Aktualisierung:

04.09.2026
Inhaltsverzeichnis

Wenn du Social-Media-Inhalte nicht nur für Instagram, TikTok, YouTube oder X produzierst, sondern auch wissen willst, wie diese Inhalte außerhalb der eigentlichen Plattformen gefunden werden, wird es jetzt deutlich interessanter. Google hat die sogenannten Platform Properties in der Search Console weltweit verfügbar gemacht. Damit bekommst du erstmals einen besseren Blick darauf, wie deine Social Posts und Videos in der Google-Suche, in Discover und teilweise auch in Google News performen.

Das klingt auf den ersten Blick vielleicht nach einem kleinen Zusatzbericht. Aus meiner Sicht ist es aber mehr als das. Denn viele Teams arbeiten seit Jahren mit einer merkwürdigen Lücke: Social Media wird in den Plattform-Analytics gemessen, SEO in der Search Console, Website-Traffic in Analytics – und alles, was zwischen diesen Welten passiert, bleibt oft ziemlich unscharf. Genau dort setzt diese neue Möglichkeit an. Du kannst nachvollziehen, über welche Suchbegriffe Menschen zu deinen Inhalten auf Plattformen wie YouTube, TikTok, Instagram und X gelangen und wie diese Inhalte in Google-Umgebungen sichtbar werden.

Gerade wenn du viel Video-Content oder kurzlebigere Social-Formate produzierst, kann das ziemlich wertvoll sein. Manchmal steckt in einem Reel, einem TikTok oder einem YouTube-Video mehr Suchpotenzial, als man im Alltag vermutet. Nur hat man es bisher kaum sauber gesehen. Ein Beitrag konnte auf Instagram mittelmäßig laufen, über Google aber trotzdem gefunden werden. Oder ein YouTube-Video hatte zwar keine virale Dynamik, tauchte aber über Monate hinweg in passenden Suchkontexten auf. Solche Effekte werden mit den Platform Properties greifbarer.

Warum die neuen Platform Properties für dich relevant sind

Die Search Console war lange vor allem ein Werkzeug für Websites. Du konntest dort prüfen, wie deine Seiten in der Google-Suche erscheinen, welche Suchanfragen Klicks bringen, wie hoch deine Impressionen sind, welche durchschnittlichen Positionen erzielt werden und wie sich deine Klickrate entwickelt. Für klassische SEO-Arbeit ist das nach wie vor unverzichtbar.

Doch die Realität im digitalen Marketing hat sich verschoben. Inhalte leben längst nicht mehr nur auf deiner Website. Marken veröffentlichen Tutorials auf YouTube, Kampagnenclips auf TikTok, Produktideen auf Instagram und kurze Meinungsstücke oder Updates auf X. Diese Inhalte werden nicht ausschließlich über die jeweilige Plattform entdeckt. Viele tauchen auch in der Google-Suche auf. Manche erscheinen in Discover, andere in Video-Ergebnissen oder in News-Kontexten. Und genau diese externe Sichtbarkeit war bislang schwer zu messen.

Mit Platform Properties bekommst du nun in der Search Console einen eigenen Property-Typ, der speziell für Inhalte auf bestimmten externen Plattformen gedacht ist. Aktuell betrifft das vier Plattformen: YouTube, TikTok, Instagram und X. Du kannst entsprechende Properties hinzufügen, verifizieren und anschließend Leistungsdaten auswerten.

Das Entscheidende daran: Du siehst nicht nur grobe Sichtbarkeitswerte, sondern kannst besser verstehen, welche Suchbegriffe Menschen zu deinen Social- und Video-Inhalten führen. Für mich ist das der eigentlich spannende Punkt. Denn Suchbegriffe verraten Absichten. Wenn du siehst, dass ein Instagram-Beitrag über bestimmte Fragen gefunden wird, kannst du daraus Content-Ideen ableiten. Wenn ein TikTok-Video über ein Produktproblem gefunden wird, weißt du plötzlich mehr über die Bedürfnisse deiner Zielgruppe. Und wenn ein YouTube-Video regelmäßig Impressionen bekommt, aber kaum Klicks, dann liegt möglicherweise ein Optimierungsproblem bei Titel, Thumbnail oder Snippet-Wirkung vor.

Natürlich ersetzt das nicht die Analytics-Daten der Plattformen selbst. Ein Instagram-Insight zeigt dir weiterhin andere Dinge als die Search Console. Aber die Perspektive ist eine andere. Statt nur zu fragen: „Wie läuft mein Content innerhalb der Plattform?“, kannst du jetzt ergänzend fragen: „Wie sichtbar ist mein Content im Google-Ökosystem?“ Das ist ein ziemlich wichtiger Unterschied.

Ich habe in Projekten oft erlebt, dass Social- und SEO-Teams nebeneinander arbeiten, aber kaum dieselbe Sprache sprechen. Social schaut auf Reichweite, Watch Time, Shares und Community-Signale. SEO schaut auf Suchintention, Rankings, Klicks und Snippets. Platform Properties können hier eine kleine Brücke bauen. Nicht perfekt, aber brauchbar. Und manchmal reicht genau das, um bessere Gespräche im Team anzustoßen.

Was du konkret messen kannst

Die neuen Daten laufen in der Search Console nicht irgendwo versteckt in einem experimentellen Randbereich auf, sondern werden in bekannten Berichtstypen sichtbar. Besonders wichtig ist dabei der Leistungsbericht. Dort siehst du Metriken, die du vermutlich schon aus der klassischen Search Console kennst: Klicks, Impressionen, CTR und durchschnittliche Positionen. Der Unterschied ist, dass sich diese Werte nun auf deine angebundenen Plattforminhalte beziehen können.

Eine Impression entsteht zum Beispiel, wenn dein Video oder Social-Inhalt in der Suche oder in Discover erscheint. Das ist wichtig, weil eine Impression nicht zwingend bedeutet, dass jemand aktiv auf deinen Beitrag gegangen ist. Es heißt zunächst: Dein Inhalt wurde angezeigt. Ein Klick wird gezählt, wenn jemand tatsächlich auf den Inhalt klickt. Interessant ist dabei, dass auch Interaktionen im Google Viewer als Klick gewertet werden können. Das ist so ein Detail, das man in der Auswertung nicht übersehen sollte.

Im Alltag kann das bedeuten: Du veröffentlichst ein YouTube-Video zu einem erklärungsbedürftigen Thema. Wochen später siehst du in der Platform Property, dass Google das Video zu bestimmten Suchanfragen ausspielt. Vielleicht klickt ein Teil der Nutzer:innen, vielleicht auch nicht. Wenn die Impressionen hoch, die Klicks aber niedrig sind, würde ich nicht sofort sagen: „Der Content funktioniert nicht.“ Eher würde ich fragen: Passt der Titel zur Suchintention? Ist das Thumbnail verständlich? Wirkt das Thema zu breit oder zu werblich? Genau solche Fragen werden durch die Daten konkreter.

Neben dem Leistungsbericht gibt es auch einen Statistikbericht. Der soll dir aktuelle Traffic-Trends zeigen, erfolgreiche Inhalte hervorheben und Einblicke geben, wie Menschen deine Plattforminhalte über Google finden. Hier ist aber ein bisschen Vorsicht angebracht. Die zusammenfassende Karte kann alle Klicks auf deine Property in Google enthalten, also etwa aus Web-, Bild-, Video- und Nachrichtensuchen. Die detaillierten Listen darunter beziehen sich aber spezifischer auf Traffic aus Websuchergebnissen. Dadurch können Summen voneinander abweichen. Das ist nicht unbedingt ein Fehler, aber es kann irritieren, wenn man zum ersten Mal hineinschaut.

Außerdem gibt es einen Bereich für Erfolge. Dort werden Wachstum, klickbasierte Meilensteine und ähnliche Fortschritte sichtbar. Ich würde diesen Bereich ehrlich gesagt nicht überbewerten. Solche Meilensteinanzeigen sind nett, können motivieren und helfen vielleicht beim Reporting gegenüber Stakeholdern. Für echte strategische Entscheidungen sind die Rohdaten und Trends aus dem Leistungsbericht aber meistens wertvoller.

Der Standardzeitraum für viele Insights liegt bei 28 Tagen. Das ist für schnelle Entwicklungen im Social-Bereich ganz passend, aber für SEO-Verhältnisse eher kurz. Wenn du langfristige Muster erkennen willst, solltest du exportieren, vergleichen und regelmäßig prüfen. Gerade bei saisonalen Themen oder Kampagnen kann ein einzelner 28-Tage-Ausschnitt schnell ein falsches Bild erzeugen.

Nach der Einrichtung musst du außerdem etwas Geduld mitbringen. Es kann einige Tage dauern, bis Daten angezeigt werden. Das ist bei Search-Console-Daten nichts Ungewöhnliches. Trotzdem: Wer direkt nach der Verifizierung hektisch aktualisiert und sofort Zahlen erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht. Lieber sauber einrichten, ein paar Tage warten und dann mit etwas Abstand auswerten.

Die vier unterstützten Plattformen – und was das in der Praxis bedeutet

Zum Start beziehen sich die Platform Properties auf YouTube, TikTok, Instagram und X. Mehr ist aktuell nicht drin. Das ist einerseits nachvollziehbar, weil diese Plattformen eine enorme Menge öffentlicher Inhalte liefern und für Google-Sichtbarkeit relevant sind. Andererseits bleiben natürlich Lücken. LinkedIn wäre für viele B2B-Marken extrem spannend. Pinterest ebenfalls, gerade bei visuellen Suchintentionen. Auch Facebook spielt je nach Zielgruppe noch eine Rolle. Aber gut, neue Funktionen starten selten mit allem, was man sich wünschen würde.

Für YouTube dürfte der Nutzen besonders offensichtlich sein. Videos erscheinen seit Jahren prominent in der Google-Suche. Wer Tutorials, Produktvergleiche, How-to-Inhalte oder Erklärvideos veröffentlicht, kann mit Search-Console-Daten deutlich besser einschätzen, welche Themen auch über Google Nachfrage erzeugen. Das ist für Content-Planung Gold wert, wenn man es richtig nutzt.

Bei TikTok und Instagram ist es etwas spannender, vielleicht auch etwas unberechenbarer. Viele Inhalte dort sind kurz, visuell, schnell konsumierbar. Trotzdem können sie Suchrelevanz entwickeln, besonders wenn sie konkrete Fragen beantworten, Trends erklären, Orte zeigen, Produkte demonstrieren oder Probleme lösen. Ein kurzer Clip, der eine einfache Anleitung zeigt, kann in Google-Kontexten durchaus sichtbar werden. Das wird gerne unterschätzt.

X wiederum ist speziell. Inhalte dort sind oft meinungsstark, aktuell und diskussionsorientiert. Wenn solche Beiträge in Google auftauchen, kann das für Markenkommunikation, Thought Leadership oder Echtzeit-Themen interessant sein. Allerdings würde ich hier sehr genau hinschauen, welche Inhalte tatsächlich nachhaltig Aufmerksamkeit bringen und welche nur kurz aufflackern.

Einrichtung und Verifizierung: nicht kompliziert, aber sauber machen

Du kannst die neuen Platform Properties entweder über die Verification Page der Search Console oder über den Property Selector hinzufügen. Danach musst du die Verbindung zur jeweiligen Plattform autorisieren und verifizieren. Google prüft dabei die Eigentümerschaft. Das ist sinnvoll, weil sonst theoretisch jeder fremde Social-Profile in die Search Console ziehen könnte.

Wichtig ist: Die Verbindung hängt an der externen Anmeldung. Wenn diese externe Anmeldung abläuft, wird auch die Verbindung zur Property unterbrochen. Das klingt banal, kann im Alltag aber nerven. Gerade in größeren Teams, Agentur-Setups oder Unternehmen mit wechselnden Verantwortlichkeiten solltest du deshalb klären, über welchen Account die Property angebunden wird. Sonst stehst du irgendwann vor einem Reporting-Loch, weil jemand das Unternehmen verlassen hat oder ein Login nicht mehr gültig ist.

Aus meiner Erfahrung lohnt es sich, solche Dinge nicht nebenbei zu erledigen. Lege lieber kurz fest, wer für die Verbindung verantwortlich ist, welche Accounts genutzt werden und wie der Zugriff dokumentiert wird. Das ist nicht der glamouröse Teil von SEO oder Social Media, ich weiß. Aber wenn später Quartalszahlen fehlen, fragt niemand mehr, ob die Einrichtung langweilig war.

Auch ein kleiner Hinweis zur Erwartungshaltung: Die Platform Properties zeigen dir nicht plötzlich die komplette Wahrheit über deinen Social Content. Sie zeigen dir einen bestimmten Ausschnitt, nämlich die Performance deiner Plattforminhalte in Google-Umgebungen. Das ist wertvoll, aber eben kein Ersatz für Plattformdaten, kein vollständiges Attribution-Modell und keine magische Antwort auf die Frage, warum ein Beitrag „viral“ oder eben nicht viral wird.

Ich würde die Daten eher als zusätzlichen Layer verstehen. Du hast deine Social-Daten, deine Website-Daten, deine Kampagnendaten – und jetzt kommt eine Search-Console-Sicht auf externe Inhalte hinzu. Erst im Zusammenspiel entsteht ein brauchbares Bild.

Warum die Suchbegriffe so wertvoll sind

Der vermutlich größte Hebel liegt in den Suchanfragen. Wenn du erkennst, welche Begriffe Menschen zu deinen Videos oder Social Posts führen, bekommst du ein Gefühl dafür, welche Rolle diese Inhalte im Suchverhalten spielen. Das ist deutlich praktischer als nur zu wissen, dass ein Video 10.000 Impressionen hatte.

Ein Beispiel: Stell dir vor, du betreibst einen Shop für Outdoor-Ausrüstung und veröffentlichst auf TikTok kurze Clips zu Wanderschuhen. In der Plattform selbst laufen die Clips okay, aber nicht spektakulär. In der Search Console siehst du dann, dass einige Clips über Suchanfragen wie „wasserdichte wanderschuhe pflege“, „blase an ferse wanderschuh“ oder „wanderschuhe richtig einlaufen“ Impressionen erhalten. Plötzlich wird klar: Die Leute suchen nicht nur nach Produkten, sondern nach konkreten Problemen und Lösungen. Daraus kannst du neue Videos machen, Website-Ratgeber bauen oder bestehende Produktseiten besser ausrichten.

Oder du bist im B2B-Bereich unterwegs und veröffentlichst YouTube-Erklärvideos zu Software-Themen. Wenn bestimmte Suchanfragen regelmäßig Impressionen bringen, aber die Klickrate niedrig bleibt, kann das ein Hinweis sein, dass dein Titel zu intern formuliert ist. Viele Unternehmen schreiben für sich selbst, nicht für Suchende. Das sieht man dann manchmal gnadenlos in solchen Daten.

Gerade diese Schnittstelle zwischen SEO und Social Media wird wichtiger. Früher war Social oft Reichweite, SEO war Nachfrage. Heute verschwimmt das stärker. Menschen suchen auf TikTok. Google zeigt Social-Inhalte. YouTube ist Suchmaschine und Social-Plattform zugleich. Instagram-Inhalte können in Suchergebnissen auftauchen. Wenn du Content strategisch planst, kannst du diese Welten nicht mehr völlig getrennt behandeln.

Wie du die Daten sinnvoll nutzt, ohne dich in Reports zu verlieren

Die Versuchung ist groß, nach dem Rollout sofort jede Metrik zu kontrollieren und daraus große Schlüsse zu ziehen. Ich wäre da etwas gelassener. Neue Datenquellen sind nützlich, aber sie können auch Lärm erzeugen. Nicht jede Impression ist wichtig. Nicht jeder Klick hat Business-Wert. Und nicht jeder Suchbegriff verdient eine eigene Content-Offensive.

Ich würde mit drei einfachen Fragen starten. Erstens: Welche Plattforminhalte bekommen überhaupt Sichtbarkeit in Google? Zweitens: Welche Suchintention steckt hinter den Begriffen, über die diese Inhalte gefunden werden? Drittens: Wo gibt es auffällige Diskrepanzen zwischen Impressionen und Klicks?

Wenn ein Inhalt viele Impressionen und wenige Klicks hat, lohnt sich ein Blick auf die Darstellung. Wenn ein Inhalt viele Klicks bringt, aber auf der Plattform selbst kaum weiter performt, kann das ebenfalls interessant sein. Vielleicht funktioniert er als Suchantwort, aber nicht als Social-Entertainment. Das ist kein Widerspruch. Es zeigt nur, dass Inhalte je nach Kontext anders wirken.

Besonders spannend finde ich die Möglichkeit, Social Content als Frühindikator für Suchnachfrage zu nutzen. Wenn ein Thema auf Instagram oder TikTok plötzlich über Google gefunden wird, kann das ein Signal sein, dass sich ein Bedürfnis entwickelt. Du musst dann nicht warten, bis klassische SEO-Tools Suchvolumen ausweisen. Du siehst früher, dass Menschen auf ein Thema reagieren. Nicht immer, aber manchmal.

Andersherum kann SEO Social Content stärken. Wenn du weißt, welche Fragen Menschen stellen, kannst du Reels, Shorts oder TikToks viel zielgerichteter produzieren. Nicht jedes Video muss keywordgetrieben sein, bitte nicht. Dann wird Social Content schnell hölzern. Aber ein bisschen mehr Suchverständnis schadet selten. Besonders bei erklärenden, beratenden oder produktnahen Formaten.

Ein paar Grenzen solltest du im Kopf behalten

So hilfreich die Platform Properties sind, sie lösen nicht alle Messprobleme. Die Daten hängen davon ab, ob deine Inhalte überhaupt in Google-Kontexten erscheinen. Discover- und News-Berichte werden nur sichtbar, wenn deine Inhalte dort auch Aufrufe erhalten. Wenn nichts passiert, gibt es entsprechend wenig zu sehen.

Außerdem bleibt Attribution schwierig. Ein Klick auf einen Instagram-Inhalt aus Google heraus ist nicht automatisch ein Lead, ein Kauf oder ein echter Markenfortschritt. Er ist erst einmal ein Klick. Was danach passiert, siehst du je nach Plattform und Tracking-Setup nur begrenzt. Hier sollte man ehrlicherweise keine Wunder erwarten.

Auch die Qualität der Interpretation wird entscheidend sein. Ich sehe häufig Reports, in denen Zahlen gesammelt werden, aber niemand stellt die unbequeme Frage: „Was machen wir jetzt damit?“ Genau diese Frage ist hier wichtig. Eine Platform Property ist kein Selbstzweck. Sie hilft nur, wenn du aus den Daten bessere Entscheidungen ableitest.

Vielleicht optimierst du daraufhin YouTube-Titel. Vielleicht entwickelst du aus erfolgreichen TikTok-Suchanfragen einen Website-Ratgeber. Vielleicht erkennst du, dass bestimmte Instagram-Inhalte in Google zwar sichtbar sind, aber nicht überzeugend genug wirken. Oder du merkst, dass dein Social Team Themen bespielt, die längst Suchnachfrage haben, während dein SEO-Team noch an ganz anderen Clustern arbeitet. Das ist dann ein wertvoller Moment, weil er interne Silos aufbricht.

Was sich dadurch im Content-Marketing verändert

Die weltweite Verfügbarkeit der Platform Properties passt zu einer größeren Entwicklung: Google baut die Search Console immer stärker zu einem Werkzeug aus, das nicht nur klassische Webseiten-Sichtbarkeit abbildet, sondern verschiedene digitale Touchpoints berücksichtigt. Neben organischer Suche wird auch stärker sichtbar, wie Inhalte in Discover, Video-Kontexten und neuen Suchumgebungen auftauchen. Für dich heißt das: Content-Performance wird breiter messbar, aber auch komplexer.

Früher konnte man relativ klar sagen: Die Website ist der zentrale Asset-Hub, Social bringt Reichweite, Suche bringt Nachfrage. Heute ist das nicht mehr so sauber getrennt. Dein YouTube-Video kann ein Suchergebnis sein. Dein TikTok kann eine Antwort auf ein konkretes Problem liefern. Dein Instagram-Post kann über Google gefunden werden. Und deine Website konkurriert teilweise mit deinen eigenen Plattforminhalten um Aufmerksamkeit.

Das klingt erst einmal chaotisch. Ist es auch ein bisschen. Aber es eröffnet Chancen. Wenn du Inhalte nicht mehr nur nach Kanal, sondern nach Nutzerintention planst, kannst du viel klüger arbeiten. Eine Frage kann als kurzer Clip, als ausführliches YouTube-Video, als Website-Ratgeber und als Social Carousel beantwortet werden. Nicht alles muss immer überall erscheinen, aber du kannst bewusster entscheiden, welches Format zu welchem Bedürfnis passt.

Die neuen Search-Console-Daten helfen dir dabei, diese Entscheidungen mit mehr Bodenhaftung zu treffen. Nicht nach Bauchgefühl allein, nicht nur nach Plattform-Hypes, sondern anhand echter Sichtbarkeits- und Klickdaten aus Google. Das ist angenehm nüchtern.

Mein persönlicher Eindruck: Besonders profitieren werden Teams, die ohnehin schon kanalübergreifend denken. Wer Social Media nur als Posting-Maschine versteht, wird vielleicht ein paar zusätzliche Zahlen sehen und weitermachen wie bisher. Wer aber Inhalte systematisch analysiert, Themen clustert und Suchintention ernst nimmt, bekommt mit den Platform Properties einen starken zusätzlichen Blickwinkel.

Für kleine Teams kann das sogar ein Vorteil sein. Du brauchst nicht sofort ein riesiges Tool-Setup. Wenn du bereits mit der Search Console arbeitest und relevante Plattformprofile betreibst, kannst du anfangen, Daten zu sammeln und einfache Schlüsse zu ziehen. Natürlich ersetzt das keine ausgefeilte Strategie, aber es bringt Licht in einen Bereich, der bisher oft eher dunkel war.

Mein Fazit für deinen Arbeitsalltag

Die Platform Properties sind keine Revolution mit Trommelwirbel, aber eine sehr sinnvolle Erweiterung. Sie machen sichtbar, wie Social-Media-Beiträge und Videos in Google-Umgebungen funktionieren. Besonders wertvoll sind dabei die Suchanfragen, die Impressionen, Klicks, CTR-Daten und Positionswerte. Damit kannst du besser einschätzen, welche Inhalte außerhalb der eigentlichen Plattform Aufmerksamkeit erzeugen.

Du solltest die Funktion vor allem dann einrichten, wenn du regelmäßig Inhalte auf YouTube, TikTok, Instagram oder X veröffentlichst und wissen möchtest, ob diese Inhalte auch in der Suche, in Discover oder in News-Kontexten eine Rolle spielen. Achte auf saubere Verifizierung, stabile Zugänge und eine realistische Interpretation der Daten.

Am meisten bringt dir das Ganze, wenn du die Informationen nicht isoliert betrachtest. Verbinde sie mit deinen Social Insights, deinen SEO-Daten und deinem Content-Plan. Dann erkennst du eher, welche Themen wirklich ziehen, wo Suchinteresse entsteht und welche Formate vielleicht besser auf Google funktionieren als innerhalb der Plattform selbst.

Und vielleicht ist genau das der wichtigste Punkt: Social Content ist nicht mehr nur Social Content. Ein gutes Video, ein hilfreicher Post oder ein prägnanter Clip kann längst Teil deiner Suchsichtbarkeit sein. Mit den neuen Platform Properties kannst du diesen Effekt endlich besser beobachten. Nicht perfekt, nicht vollständig, aber deutlich besser als vorher.

Tom Brigl

Tom ist Dipl. Betrw. und Geschäftsführer. Er bringt 21 Jahre E-Commerce-Erfahrung sowie 17 Jahre eigenes Agentur-Business mit.
Sein Ding: SEO und GEO für Online-Shops – damit du bei Google und in der KI-Suche gefunden wirst.

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