Google Rankings Mitte Juni 2026 wieder extrem volatil

Tom Brigl  –

Veröffentlicht:

22.06.2026,

Letzte Aktualisierung:

22.06.2026
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Wenn du in den letzten Tagen in deine Rankings, deine Search-Console-Daten oder deine Echtzeit-Analytics geschaut hast und dachtest: „Moment mal, was passiert denn hier schon wieder?“, dann bist du ziemlich sicher nicht allein. Die Google-Suchergebnisse wirken rund um den Zeitraum 15. bis 17. Juni 2026 erneut unruhig. Nicht ein bisschen unruhig, sondern eher so, wie man es von Phasen kennt, in denen Google sichtbar an den Suchergebnissen dreht, ohne dass es dafür eine offizielle Bestätigung gibt.

Besonders auffällig ist: Die Diskussionen in der SEO-Szene haben sich nach dem May 2026 Core Update, das am 2. Juni 2026 abgeschlossen wurde, nicht wirklich beruhigt. Eigentlich würde man nach einem abgeschlossenen Core Update oft erwarten, dass sich die Lage langsam sortiert. Rankings pendeln sich ein, Traffic-Muster werden wieder etwas vorhersehbarer, und man kann anfangen, nüchtern zu analysieren. Diesmal fühlt es sich allerdings anders an. Die Schwankungen scheinen weiterzugehen, teilweise mit neuen Ausschlägen, teilweise mit alten Problemen, die einfach nicht verschwinden wollen.

Aus meiner Erfahrung ist genau diese Phase für Website-Betreiber besonders unangenehm. Während eines offiziell bestätigten Updates kannst du dir zumindest sagen: „Okay, Google rollt etwas aus, ich warte ab.“ Bei einem nicht bestätigten Ranking-Update ist die Sache schwieriger. Du siehst Veränderungen, andere sehen sie auch, die Tools schlagen teilweise aus, aber es gibt keine klare Ansage. Und dann sitzt du da, vergleichst Kurven, liest Kommentare, schaust alle 30 Minuten in Analytics und fragst dich, ob du reagieren solltest oder ob du gerade nur einem kurzfristigen Rauschen hinterherläufst.

Google-Rankings bleiben Mitte Juni auffällig volatil

Der Kern der Beobachtung ist recht klar: Die Google-Suchergebnisse zeigen weiterhin deutliche Ranking-Schwankungen. Schon im Zeitraum vom 8. bis 12. Juni waren starke Bewegungen zu sehen, und diese Dynamik scheint sich in die Woche vom 15. bis 17. Juni fortgesetzt zu haben. Die Suchergebnisse wirken „heiß“, wie man im SEO-Jargon gerne sagt. Gemeint ist damit: Viele Positionen verändern sich, Rankings springen, Sichtbarkeiten bewegen sich, und Traffic-Verläufe werden schwer berechenbar.

Wichtig ist dabei: Es handelt sich offenbar um ein unbestätigtes Google Search Ranking Update. Google hat also nicht offiziell gesagt: „Wir rollen gerade ein Update aus.“ Trotzdem gibt es mehrere Hinweise. Einerseits berichten viele SEOs und Website-Betreiber von ungewöhnlichen Veränderungen. Andererseits zeigen verschiedene Tracking-Tools ebenfalls eine Zunahme der Volatilität. Wenn beide Signale zusammenkommen, lohnt es sich meistens, genauer hinzusehen.

Man sollte aber vorsichtig bleiben. Nicht jede Kurve, die nach oben geht, bedeutet automatisch ein großes Update. Manchmal überschneiden sich saisonale Effekte, Nachrichtenlagen, technische Probleme, Konkurrenzverhalten und Algorithmus-Anpassungen. Gerade im Juni kommt noch hinzu, dass Sommer, Ferienzeit, Sportereignisse und allgemein verändertes Nutzerverhalten die Daten verzerren können. Trotzdem: Die Häufung der Meldungen ist auffällig genug, um sie ernst zu nehmen.

Besonders interessant ist die zeitliche Nähe zum May 2026 Core Update. Dieses Core Update wurde am 2. Juni beendet, hatte aber bereits vorher mehrere starke Phasen verursacht. Es gab deutliche Volatilität um den 21. Mai, dann erneut am folgenden Wochenende, später noch einmal am letzten Wochenende vor Abschluss des Updates und schließlich am letzten Tag selbst. Direkt bevor Google das Update als abgeschlossen markierte, gab es noch einmal sichtbare Bewegungen.

Das ist ein Muster, das man nicht komplett ignorieren sollte. Core Updates wirken selten wie ein sauberer Lichtschalter. An, aus, fertig. In der Praxis sieht es oft chaotischer aus. Manche Seiten gewinnen früh, verlieren später wieder. Andere fallen zunächst, erholen sich nach Tagen oder Wochen teilweise. Wieder andere merken kaum etwas, bis plötzlich nach dem offiziellen Ende noch Bewegung in die Daten kommt. Ob das dann Nachwirkungen, separate Tests oder kleinere Folgeanpassungen sind, lässt sich von außen kaum sauber trennen.

Warum sich die aktuelle Lage so nervös anfühlt

Was diese Juni-Schwankungen besonders anstrengend macht, ist nicht nur die reine Ranking-Bewegung. Es ist die Unberechenbarkeit des Traffics. Einige Stimmen berichten davon, dass der Traffic kurzzeitig zurückzukommen scheint, nur um dann abrupt wieder abzubrechen. Das ist fast schlimmer als ein stabiler Rückgang, weil du emotional ständig zwischen Hoffnung und Frust wechselst.

Ein typisches Bild: Du schaust in die Echtzeitdaten, siehst für 30 Minuten plötzlich wieder Aktivität aus Google Suche oder Discover, denkst „Ah, vielleicht normalisiert sich das jetzt“, und kurz darauf fällt alles wieder weg. Wer mit Werbeeinnahmen, Affiliate-Links oder Leads arbeitet, kennt dieses unangenehme Gefühl. Es ist nicht nur eine Kurve auf einem Dashboard. Es ist Umsatz, Planung, manchmal sogar Existenzdruck.

Ein Kommentar bringt diese Stimmung ziemlich gut auf den Punkt: Der Traffic sei extrem instabil, Discover und Suche würden scheinbar zurückkommen, dann aber abrupt abgeschnitten. Und das Ganze gehe schon seit Wochen so. Die Person beschreibt, dass dadurch kaum eine Chance bleibe, verlässlich Geld zu verdienen. Das klingt hart, aber ehrlich gesagt: Solche Aussagen hört man nach großen Google-Bewegungen immer häufiger, gerade von unabhängigen Publishern und Informationsseiten.

Bei Informationswebsites scheint der Frust besonders groß zu sein. Da fällt dann auch die Frage, was der Sinn einer Website überhaupt noch sei, wenn Informationsseiten kaum noch stabilen organischen Traffic bekommen. Das ist natürlich zugespitzt. Aber ich verstehe, woher es kommt. Wenn du über Jahre Inhalte aufgebaut hast und dann plötzlich das Gefühl bekommst, dass deine Sichtbarkeit nicht mehr durch Qualität, Aktualität oder Expertise gesteuert wird, sondern durch irgendeinen wilden Mix aus SERP-Features, KI-Antworten, Spam, großen Marken und algorithmischem Würfeln, dann nagt das.

Was Website-Betreiber und SEOs konkret beobachten

Die Rückmeldungen aus der SEO-Community zeichnen kein einheitliches, aber ein sehr lebendiges Bild. Manche sehen massive Einbrüche, andere schwankende Rankings, wieder andere berichten sogar von guten Verkäufen. Genau das macht diese Lage so kompliziert. Es ist kein simples „alle verlieren“ oder „alle gewinnen“. Es ist eher ein Durcheinander, in dem verschiedene Seitentypen unterschiedlich getroffen werden.

Einige berichten schlicht: „In den letzten Tagen ist offenbar etwas passiert.“ Sie sehen wieder viel Volatilität. Das ist die nüchterne Version. Andere formulieren es drastischer: Traffic sei komplett tot, Rankings würden ständig durcheinandergewürfelt, man könne kaum noch nachvollziehen, was überhaupt passiert.

Besonders spannend ist der Kontrast zwischen einer Nachrichtenseite und einem Shop. Eine Rückmeldung beschreibt, dass der Traffic einer News-Seite weiter zurückgeht. Gleichzeitig läuft ein Shop über Google gerade gut, was die Person selbst überrascht. Das ist ein schönes Beispiel dafür, warum man in SEO nie zu schnell verallgemeinern sollte. Nur weil ein Informationsprojekt leidet, muss ein kommerzielles Projekt nicht zwangsläufig ebenfalls abstürzen. Google kann bei transaktionalen Suchanfragen ganz andere Signale und Ergebnisformate bevorzugen als bei News- oder Ratgeber-Suchen.

Bei der Nachrichtenseite kommt zusätzlich ein externer Faktor ins Spiel: die Fußball-Weltmeisterschaft. In der betroffenen Nische scheinen alte Artikel über Spiele, Wettinhalte und stündlich neu veröffentlichte oder wiederveröffentlichte Beiträge die Suchergebnisse zu fluten. Das ist ein ziemlich typisches Problem bei großen Ereignissen. Wenn ein globales Thema dominiert, entstehen massenhaft Inhalte, viele davon nur dünn angepasst, recycelt oder automatisiert erstellt. Für kleinere Publisher kann das die SERPs regelrecht verstopfen.

Aus meiner Sicht ist das einer der interessantesten Punkte hier. Denn es geht nicht nur um ein mögliches Ranking-Update. Es geht auch darum, wie Google in Echtzeit auf ein großes Nachrichten- und Suchinteresse reagiert. Wenn plötzlich riesige Mengen neuer oder neu verpackter Inhalte erscheinen, muss der Algorithmus auswählen. Und manchmal sieht diese Auswahl, freundlich gesagt, nicht besonders elegant aus.

Spam, alte Inhalte und die Frage nach Qualität

Mehrere Beobachtungen deuten darauf hin, dass in bestimmten Suchergebnissen mehr Spam-Seiten oder zumindest minderwertige Ergebnisse auftauchen. Es wird beschrieben, dass Spam aktuell „überall“ hochzukommen scheint, besonders im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft. Solche Phasen kennen viele SEOs. Ein Event erzeugt Suchvolumen, Suchvolumen erzeugt Content-Spam, und Content-Spam testet die Grenzen von Googles Bewertungssystemen.

Das Problem ist nicht neu, aber es wirkt durch KI-generierte Inhalte, schnelle Re-Publishing-Strategien und aggressive Programmatic-SEO-Setups heute noch schärfer. Früher musste jemand wenigstens manuell halbwegs viel Aufwand betreiben, um massenhaft Artikel zu erstellen. Heute kann eine Website sehr schnell riesige Mengen an Varianten produzieren: Spielberichte, Wettquoten, kurze Zusammenfassungen, „aktualisierte“ Meldungen, die gar nicht wirklich aktualisiert sind. Wenn Google solche Inhalte kurzfristig belohnt oder nicht schnell genug aussortiert, verlieren seriösere Seiten Sichtbarkeit.

Natürlich muss man fair bleiben: Von außen sieht man nicht immer, warum ein Ergebnis rankt. Manchmal ist ein Artikel alt, aber trotzdem für die Suchintention passend. Manchmal wirkt eine Seite wie Spam, hat aber starke Nutzersignale oder Markenrelevanz. Trotzdem gibt es Phasen, in denen selbst erfahrene SEOs sagen: „Das sieht gerade nicht gesund aus.“ Und genau diese Stimmung kommt in den Kommentaren stark durch.

Ein Kommentar formuliert es ziemlich deutlich: Die Suchergebnisse seien ein Desaster, auch außerhalb der eigenen Nische. Das ist eine harte Aussage. Ich würde sie nicht ungeprüft als allgemeingültig übernehmen, aber sie zeigt die Frustration. Wenn du als Betreiber täglich SERPs prüfst und plötzlich immer häufiger Ergebnisse siehst, die du fachlich schwach findest, dann wirkt jede Ranking-Veränderung noch willkürlicher.

Regionale Unterschiede: Großbritannien wirkt besonders wackelig

Eine kurze, aber interessante Beobachtung lautet: Großbritannien ist sehr volatil. Mehr wird dazu nicht ausgeführt, aber schon diese knappe Aussage passt zu einem Muster, das man oft sieht. Google-Updates oder Ranking-Verschiebungen schlagen nicht immer gleichmäßig weltweit durch. Manche Märkte reagieren früher, stärker oder sichtbarer.

Das kann an Sprachräumen liegen, an lokalen SERP-Features, an Wettbewerbssituationen, an rechtlichen Rahmenbedingungen oder schlicht daran, welche Datensätze die Tools für bestimmte Länder messen. Wenn du also eine internationale Website betreibst, solltest du dir nicht nur die Gesamtdaten anschauen. Trenne unbedingt nach Ländern, Sprachversionen und Seitentypen. Ein globales Minus kann in Wahrheit aus einem starken Rückgang in einem Markt und stabilen Zahlen in anderen Märkten bestehen.

Gerade bei UK-Daten würde ich in so einer Phase genauer hinschauen: Sind bestimmte Verzeichnisse betroffen? Sind es mobile Rankings oder Desktop? Betrifft es Brand-Suchen, generische Keywords, News-Keywords oder transaktionale Begriffe? Aus einem einzigen Screenshot lässt sich da wenig ableiten. Aber die Beobachtung ist ein guter Auslöser, tiefer zu graben.

Die Tracking-Tools zeigen ebenfalls Bewegung

Neben den Community-Berichten zeigen auch verschiedene Google-Tracking-Tools eine erhöhte oder zumindest auffällige Volatilität. Genannt werden unter anderem AWR, Wireboard, AccuRanker Grump, Wincher, CognitiveSEO, Zutrix Tension, Mozcast, Serpstat, Sistrix, SimilarWeb, DataForSEO, Mangools SERPWatcher, Algoroo und SEMRush.

Diese Tools messen nicht alle exakt dasselbe. Manche beobachten bestimmte Keyword-Sets, andere Länder, andere Branchen oder andere Metriken. Deshalb ist es normal, dass ein Tool stärker ausschlägt als ein anderes. Ich würde nie eine Entscheidung nur auf Basis eines einzelnen Volatilitäts-Tools treffen. Dafür sind die Daten zu abstrakt. Aber wenn mehrere Tools gleichzeitig Unruhe anzeigen und parallel viele Website-Betreiber ungewöhnliche Veränderungen melden, dann verdichtet sich das Bild.

Ein aggregiertes Diagramm, das mehrere dieser Tools zusammenführt und auf eine Skala von 0 bis 100 normalisiert, zeigt für den Zeitraum seit Mitte Mai mehrere auffällige Peaks. Besonders sichtbar waren Ausschläge rund um den 30. Mai, den 2. Juni und dann wieder kleinere Bewegungen Mitte Juni. Interessant ist, dass der Wert am 17. Juni wieder etwas höher liegt als an den unmittelbar vorherigen Tagen. Kein extremer Ausschlag wie bei den stärksten Update-Tagen, aber genug, um nicht als völlig normales Hintergrundrauschen durchzugehen.

Einzelne Tools zeigen spezifische Muster. AWR wirkt rund um mehrere Daten erhöht. Sistrix hatte während der Core-Update-Phase sehr starke Ausschläge. AccuRanker zeigte ebenfalls über mehrere Tage erhöhte Werte. Andere Tools wie SEMRush oder SimilarWeb zeigen je nach Tag eher moderate Bewegungen. Genau deshalb ist die Gesamtbetrachtung so wichtig. Man sucht nicht nach dem einen perfekten Signal, sondern nach einer Art Wetterlage.

Ich vergleiche solche Tools gerne mit Wetterstationen. Eine Station misst Wind, eine andere Luftdruck, eine dritte Niederschlag. Wenn nur eine Station kurz ausschlägt, kann es ein lokales Phänomen sein. Wenn aber mehrere Geräte gleichzeitig anzeigen, dass etwas in der Luft liegt, dann nimmst du besser eine Jacke mit. Im SEO-Kontext heißt das: Du solltest deine eigenen Daten prüfen, aber nicht hektisch werden.

Was du aus Tool-Daten wirklich ableiten kannst

Volatilitäts-Tools sagen dir nicht, warum deine Seite verloren oder gewonnen hat. Sie sagen dir nur: In den Suchergebnissen bewegt sich gerade mehr als üblich. Das ist hilfreich, aber eben begrenzt. Wenn dein Traffic am 16. Juni fällt und gleichzeitig mehrere Tools Volatilität anzeigen, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass du nicht allein betroffen bist. Das kann beruhigen. Es ersetzt aber keine Ursachenanalyse.

Du solltest deshalb immer deine eigenen Daten danebenlegen. Schau dir an, welche Seiten betroffen sind. Sind es Informationsartikel, Kategorieseiten, Produktseiten oder News-Beiträge? Sind bestimmte Themencluster betroffen? Hat sich die Klickrate verändert oder nur die Position? Gibt es mehr Impressionen bei weniger Klicks, was auf veränderte SERP-Layouts hindeuten könnte? Oder sind Impressionen und Klicks gleichzeitig eingebrochen, was eher für Ranking-Verluste spricht?

Gerade bei Google Discover ist besondere Vorsicht angesagt. Discover-Traffic ist ohnehin sprunghaft. Ein starker Rückgang dort fühlt sich dramatisch an, ist aber nicht immer ein klassisches Ranking-Problem. Wenn jedoch sowohl Discover als auch organische Suche gleichzeitig wackeln, lohnt sich ein genauer Blick auf Content-Qualität, Aktualität, Themenautorität und technische Stabilität.

Was du jetzt besser nicht tun solltest

Die schlechteste Reaktion auf solche Phasen ist meist blinder Aktionismus. Ich weiß, das klingt langweilig. Aber wenn du mitten in einer volatilen Phase anfängst, Titel massenhaft umzuschreiben, interne Links umzubauen, Inhalte zu löschen oder ganze Templates zu verändern, machst du deine Analyse später fast unmöglich. Dann weißt du nicht mehr, ob Google dich neu bewertet hat oder ob deine eigenen Änderungen die Daten verzerrt haben.

Das heißt nicht, dass du gar nichts tun sollst. Aber du solltest sauber trennen zwischen Beobachten, Diagnostizieren und Handeln. Beobachten heißt: Daten sichern, Rankings dokumentieren, betroffene URLs notieren. Diagnostizieren heißt: Muster suchen. Handeln heißt: gezielte Maßnahmen umsetzen, aber erst dann, wenn du halbwegs verstanden hast, wo das Problem liegt.

Wenn du starke Verluste siehst, prüfe zuerst die Basics. Gab es technische Änderungen? Serverprobleme? Indexierungsfehler? Robots-Anpassungen? Canonical-Probleme? Wurden wichtige Seiten versehentlich noindex gesetzt? Manchmal fällt ein Traffic-Rückgang zeitlich mit Google-Volatilität zusammen, hat aber eine ganz banale technische Ursache. Das ist mir in Projekten schon öfter begegnet, als man denkt.

Danach kommt die inhaltliche Ebene. Haben deine Inhalte wirklich eine klare Differenzierung gegenüber den Wettbewerbern? Oder sind sie austauschbar geworden? Gerade nach Core Updates sieht man häufig, dass Google nicht einzelne „Fehler“ bestraft, sondern insgesamt neu bewertet, welche Seiten für bestimmte Suchintentionen überzeugender wirken. Das ist schwerer zu beheben als ein kaputter Redirect, aber langfristig entscheidender.

Geduld ist keine Strategie, aber manchmal ein Werkzeug

Viele SEOs sagen in solchen Momenten: „Warte erst mal ab.“ Das kann wie eine Ausrede klingen. Manchmal ist es aber tatsächlich sinnvoll. Wenn Rankings täglich springen, bringt eine Sofortmaßnahme oft wenig. Du brauchst zumindest ein paar Tage oder Wochen, um zu sehen, ob sich ein neues Niveau bildet oder ob die Seite zurückfedert.

Geduld allein reicht natürlich nicht. Du solltest die Zeit nutzen. Erstelle Vergleiche vor und nach dem 2. Juni, dann noch einmal rund um den 15. bis 17. Juni. Prüfe, ob Gewinnerseiten bestimmte Merkmale haben: bessere Aktualität, stärkere Marken, mehr Autorität, andere Content-Formate, mehr strukturierte Daten, bessere Nutzerführung. Nicht alles ist kopierbar, und nicht alles sollte man kopieren. Aber Muster helfen.

Ich würde außerdem Gewinner nicht ignorieren. Viele schauen nur auf Verluste. Dabei können gewonnene URLs oft zeigen, was Google gerade stärker bevorzugt. Wenn dein Shop plötzlich gut verkauft, während dein News-Bereich schwächelt, steckt darin eine wichtige Information. Vielleicht bewertet Google kommerzielle Suchintentionen stabiler. Vielleicht hast du dort klarere Signale. Vielleicht ist dein Shop technisch besser. Oder vielleicht ist es Zufall. Ja, auch das gibt es.

Die wichtigste Einordnung für dich

Die Ranking-Schwankungen Mitte Juni 2026 wirken wie eine Fortsetzung der ohnehin unruhigen Phase nach dem May 2026 Core Update. Es gibt viel Community-Chatter, mehrere Tools zeigen erhöhte Bewegung, und viele Website-Betreiber berichten von instabilem oder stark rückläufigem Traffic. Besonders Informationsseiten und News-Projekte scheinen unter Druck zu stehen, während einzelne kommerzielle Projekte sogar profitieren können.

Ob Google tatsächlich ein weiteres Update ausrollt oder ob es sich um Nachwirkungen, Tests oder mehrere kleinere Anpassungen handelt, lässt sich ohne offizielle Bestätigung nicht sicher sagen. Für deine praktische Arbeit ist diese Unterscheidung aber nur bedingt wichtig. Entscheidend ist: Die SERPs bewegen sich, und du solltest deine Daten sauber lesen.

Wenn du betroffen bist, bist du nicht automatisch „bestraft“ worden. Das ist ein wichtiger Punkt. Ranking-Verluste in solchen Phasen bedeuten nicht zwangsläufig, dass deine Website schlecht ist. Google kann Suchintentionen neu interpretieren, Wettbewerber anders einordnen, SERP-Features verändern oder temporär andere Signale stärker gewichten. Trotzdem solltest du Verluste ernst nehmen, besonders wenn sie über mehrere Wochen stabil bleiben.

Mein pragmatischer Rat wäre: Bleib ruhig, aber nicht passiv. Dokumentiere die Veränderungen. Segmentiere nach Seitentypen, Ländern, Geräten und Traffic-Quellen. Vergleiche Gewinner und Verlierer. Und wenn du Maßnahmen ableitest, dann lieber wenige, gut begründete Schritte statt hektischer Großumbauten. Gerade jetzt brauchst du saubere Analyse mehr als Bauchschmerzen.

Am Ende bleibt diese Phase ein weiterer Hinweis darauf, wie fragil organischer Google-Traffic geworden ist. Für manche Seiten ist Google weiterhin ein starker Umsatzkanal. Für andere fühlt es sich gerade an, als würde der Boden ständig nachgeben. Beides kann gleichzeitig wahr sein. Genau deshalb solltest du nicht nur auf Rankings starren, sondern auch deine Abhängigkeiten prüfen. Mehr direkte Zugriffe, Newsletter, wiederkehrende Nutzer, stärkere Markenbindung – das klingt altmodisch, aber in solchen Wochen merkt man wieder, wie wertvoll es ist.

Falls deine Rankings rund um den 15. bis 17. Juni verrücktgespielt haben: Nimm es als Signal, nicht als endgültiges Urteil. Die Daten sagen gerade vor allem eines: Google ist weiterhin in Bewegung. Und solange das so ist, gewinnt nicht derjenige, der am schnellsten panisch reagiert, sondern derjenige, der am klarsten beobachtet und mit ruhiger Hand entscheidet.

Tom Brigl

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