Bing Werbung testet große Bilder in Suchanzeigen für mehr Klicks

Tom Brigl  –

Veröffentlicht:

26.08.2026,

Letzte Aktualisierung:

26.08.2026
Inhaltsverzeichnis

Microsoft Advertising testet derzeit eine auffälligere Darstellung von Anzeigen in den gesponserten Bing-Ergebnissen. Der Kern der Änderung ist schnell erzählt, aber die Wirkung ist ziemlich groß: Einige Anzeigen erscheinen mit deutlich größeren Bildern, die fast wie eigene Bildblöcke wirken und auf dem Smartphone einen erheblichen Teil des sichtbaren Suchbereichs einnehmen.

Wenn du regelmäßig Suchanzeigen beobachtest oder selbst Kampagnen schaltest, weißt du: Kleine Layout-Änderungen können erstaunlich viel verändern. Ein größerer Bildausschnitt ist nicht einfach nur „ein bisschen hübscher“. Er verschiebt Aufmerksamkeit, verändert die Wahrnehmung einer Anzeige und kann darüber entscheiden, ob jemand weiter scrollt oder hängen bleibt. Gerade auf mobilen Geräten, wo der Bildschirm ohnehin knapp ist, wird aus einem stärkeren Bildformat schnell ein kleiner Machtfaktor.

Interessant ist dabei vor allem, dass Bing offenbar nicht nur mit normalen Miniaturbildern innerhalb einer Anzeige experimentiert. Es geht um Bilder, die den Anzeigenblock optisch dominieren. Sie nehmen mehr Fläche ein, wirken präsenter und lassen die Anzeige weniger wie eine klassische Textanzeige aussehen. Eher wie ein visuelles Suchergebnis, vielleicht sogar ein bisschen wie eine Shopping- oder Discover-Kachel. Und genau da wird es spannend.

Was Bing gerade bei gesponserten Ergebnissen ausprobiert

Bei dem Test werden in den gesponserten Suchergebnissen von Bing große Bilder innerhalb von Anzeigen angezeigt. Diese Bilder sind nicht nur kleine Ergänzungen neben dem Anzeigentext, sondern nehmen einen kompletten Blockbereich ein. Auf dem Smartphone kann so eine Anzeige dadurch sehr viel mehr Platz beanspruchen als eine klassische Suchanzeige.

Das ist kein völlig neues Thema. Microsoft hat schon früher mit größeren Bildern in Anzeigen experimentiert. Neu oder zumindest besonders auffällig ist hier aber die mobile Variante. Denn auf dem Desktop ist mehr Platz vorhanden; ein großes Bild fällt zwar auf, reißt aber nicht gleich die gesamte Wahrnehmung der Suchergebnisse an sich. Auf dem Handy ist das anders. Dort kann ein einziges großes Anzeigenbild schnell den Großteil des sichtbaren Bereichs ausfüllen.

Aus meiner Erfahrung ist mobile Suche ohnehin gnadenlos. Du hast wenige Sekunden, manchmal nur Bruchteile davon, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Menschen lesen nicht gemütlich jede Anzeige durch, sie scannen. Da entscheidet oft der erste visuelle Eindruck. Ein großes Bild kann genau diesen Moment gewinnen. Oder, wenn es schlecht gewählt ist, komplett verschenken.

Der Test zeigt offenbar mehrere Varianten. Eine Version enthält ein großes, blockartiges Bild. Eine andere Version zeigt dieselbe oder ähnliche Anzeige mit einem kleineren, eher normalen Bild. Außerdem kann Bing die Anzeige auch ganz ohne Bild ausspielen. Damit entsteht ein ziemlich klarer Vergleich: großes Bild, kleines Bild oder kein Bild. Genau diese Abstufung ist aus Werbesicht interessant, weil sie relativ gut erkennen lässt, wie stark Bildfläche tatsächlich auf Klickverhalten einzahlt.

Die entscheidende Frage lautet also nicht nur: „Sieht das besser aus?“ Sondern: Klickst du eher auf eine Anzeige, wenn sie visuell viel Raum bekommt? Und noch wichtiger: Klickst du, weil sie wirklich relevanter wirkt, oder nur, weil sie mehr Aufmerksamkeit erzwingt?

Warum große Bilder in mobilen Suchanzeigen so viel Gewicht haben

Auf dem Smartphone ist Platz teuer. Wirklich teuer. Jeder Zentimeter Bildschirm entscheidet darüber, welche Informationen du überhaupt wahrnimmst. Wenn also ein gesponsertes Ergebnis mit einem großen Bild erscheint, verdrängt es andere Inhalte nach unten. Organische Ergebnisse, weitere Anzeigen, lokale Treffer oder sonstige SERP-Elemente werden später sichtbar. Das allein ist schon ein starkes Signal.

Ein großes Bild verändert die Anzeige auf drei Ebenen. Erstens zieht es den Blick an. Zweitens vermittelt es schneller ein Gefühl für Produkt, Marke oder Angebot. Drittens macht es die Anzeige körperlich größer, wenn man so will. Sie bekommt mehr Präsenz, mehr Gewicht, mehr „Hier bin ich“.

Das klingt banal, ist es aber nicht. In vielen Branchen sind Suchanzeigen immer noch stark textlastig. Du siehst Überschrift, URL, Beschreibung, vielleicht Sitelinks, vielleicht Erweiterungen. Viel Information, ja. Aber eben auch viel Gleichförmigkeit. Wenn mitten in dieser Struktur ein großes Bild auftaucht, bricht es das Muster. Und Musterbrüche sind im Performance-Marketing oft Gold wert, zumindest solange sie nicht alle machen.

Manchmal ist es überraschend, wie stark sich Nutzerverhalten durch reine Darstellung verändert. Ich habe in Kampagnen schon erlebt, dass ein mittelmäßiges Produktbild mehr Klicks erzeugt hat als eine sauber formulierte Textanzeige, einfach weil es schneller verstanden wurde. Nicht immer waren diese Klicks besser. Das muss man fairerweise sagen. Aber sie kamen.

Mehr Fläche bedeutet nicht automatisch bessere Klicks

Der naheliegende Gedanke ist: Größere Bilder führen zu höheren Klickraten. Vielleicht stimmt das sogar in vielen Fällen. Aber ganz so glatt ist es nicht. Eine höhere Klickrate ist nur dann wertvoll, wenn danach auch etwas passiert: Kauf, Anfrage, Anmeldung, App-Installation, was auch immer dein Ziel ist.

Ein großes Bild kann auch Klicks erzeugen, die eher neugierig als kaufbereit sind. Gerade wenn das Bild stark, aber die Suchintention nicht ganz passend ist, entsteht ein kleiner Bruch. Die Person klickt, landet auf der Seite und merkt dann: „Ach, das war gar nicht das, was ich gesucht habe.“ Für Werbetreibende kann das teuer werden.

Deshalb solltest du so einen Test nicht nur unter dem Gesichtspunkt „mehr Klicks“ betrachten. Viel wichtiger ist die Frage: Welche Qualität haben diese Klicks? Wenn die Anzeige mit großem Bild zwar 20 Prozent mehr Klicks bekommt, aber die Conversion-Rate deutlich fällt, ist der Gewinn vielleicht gar keiner. Wenn dagegen Klickrate und Conversion stabil oder besser werden, dann ist das Format ein echter Hebel.

Gerade bei visuellen Produkten kann ich mir gut vorstellen, dass große Bilder sehr stark funktionieren. Mode, Möbel, Reisen, Autos, Beauty, Elektronik, vielleicht auch lokale Dienstleistungen mit sichtbarem Ergebnis. Ein Hotelzimmer, ein Sofa, ein Paar Sneaker oder ein Vorher-nachher-Beispiel bei einer Dienstleistung sagen mehr als drei Zeilen Text. Bei abstrakteren Angeboten, etwa B2B-Software oder Versicherungen, wird es schwieriger. Da muss das Bild schon sehr klar kommunizieren, sonst bleibt es Dekoration.

Der Unterschied zwischen großem Bild, kleinem Bild und keiner Grafik

Besonders spannend ist, dass Bing Anzeigen offenbar in verschiedenen Bildvarianten darstellen kann. Eine Anzeige kann mit großem Bild erscheinen, mit normalem Bild oder ganz ohne Bild. Für dich als Werbetreibenden ist das nicht nur eine Designfrage. Es geht um Kontrolle, Wirkung und Erwartung.

Eine Anzeige ohne Bild wirkt klassisch. Sie fügt sich in die Suchergebnisse ein, ist weniger aufdringlich und hängt stärker an Text, Relevanz und Markenbekanntheit. Das kann gut sein. Nicht jede Anzeige muss schreien. Es gibt Suchsituationen, in denen Nutzer genau das wollen: eine klare Antwort, keine große visuelle Inszenierung.

Eine Anzeige mit kleinem Bild ist ein Kompromiss. Sie bekommt etwas visuelle Unterstützung, bleibt aber im gewohnten Suchanzeigen-Rahmen. Das Bild hilft beim Erkennen, nimmt jedoch nicht den kompletten Raum in Beschlag. Für viele Kampagnen dürfte das angenehm ausbalanciert sein.

Die große Bildvariante geht einen Schritt weiter. Sie macht aus der Anzeige fast ein eigenes Element. Das kann sich wertig anfühlen, aber auch dominant. Und hier hängt viel vom Kontext ab. Wenn du nach einem konkreten Produkt suchst und ein großes, relevantes Bild siehst, ist das hilfreich. Wenn du aber nach einer schnellen Information suchst und eine riesige Anzeige den Bildschirm blockiert, kann das nerven. Ja, auch das gehört zur Wahrheit.

Für Bing und Microsoft Advertising ist dieser Test nachvollziehbar. Suchmaschinen stehen unter Druck, Anzeigen attraktiver zu machen, ohne die Nutzererfahrung zu beschädigen. Visuelle Anzeigenformate können mehr Engagement erzeugen. Gleichzeitig dürfen sie nicht so wirken, als würden sie die Suchergebnisse überladen. Das ist ein schmaler Grat.

Auf mobilen Geräten verändert sich das Machtverhältnis

Auf dem Desktop kannst du eine Anzeige mit großem Bild leichter einordnen. Du siehst daneben oder darunter oft noch genug andere Treffer. Auf dem Smartphone sieht das anders aus. Wenn ein großer Anzeigenblock erscheint, nimmt er möglicherweise fast den gesamten ersten Bildschirm ein. Das bedeutet: Die Anzeige wird nicht nur auffälliger, sie wird zur Oberfläche, mit der du dich zuerst beschäftigen musst.

Das ist aus Werbesicht natürlich attraktiv. Wer oben steht und mehr Fläche bekommt, gewinnt Aufmerksamkeit. Aber als Nutzer kann man es auch als aggressiver empfinden. Besonders dann, wenn mehrere Anzeigen nacheinander erscheinen. Irgendwann kippt der Eindruck von „hilfreiche Anzeige“ zu „ich muss mich durch Werbung kämpfen“. Ob Bing diesen Punkt trifft oder sauber vermeidet, hängt stark von Ausspielung, Häufigkeit und Qualität der Anzeigen ab.

Ich würde hier nicht vorschnell urteilen. Tests sind genau dafür da. Vielleicht zeigen die Daten, dass Nutzer große Bilder mögen, solange sie relevant sind. Vielleicht zeigt sich aber auch, dass die Klickrate steigt, während Zufriedenheit oder nachgelagerte Signale leiden. Suchmaschinen messen solche Dinge sehr genau, auch wenn man von außen natürlich nur die sichtbare Oberfläche erkennt.

Was das für dich als Werbetreibenden bedeuten kann

Wenn du Microsoft Advertising nutzt, solltest du solche Tests nicht ignorieren. Selbst wenn du das Format noch nicht aktiv steuern kannst oder es nur bei bestimmten Nutzern erscheint, zeigt der Test eine Richtung: Suchanzeigen werden visueller. Das betrifft nicht nur Bing. Der gesamte Suchmarkt bewegt sich seit Jahren weg von reinen Textlisten hin zu reicheren, bildstärkeren Ergebnissen.

Für dich heißt das: Deine Bildassets werden wichtiger. Viele behandeln Bilder in Anzeigen immer noch wie Beiwerk. Hauptsache vorhanden, irgendwie passend, schnell hochgeladen. Das reicht bei großen Formaten nicht mehr. Wenn ein Bild plötzlich den Anzeigenblock dominiert, wird es zur Hauptbotschaft.

Ein gutes Anzeigenbild muss auf kleinem Bildschirm sofort funktionieren. Es sollte klar, kontrastreich und relevant sein. Keine überladenen Collagen, keine winzigen Texte im Bild, keine Stockfoto-Langeweile, die jeder schon hundertmal gesehen hat. Wenn du Produkte bewirbst, zeig das Produkt so, dass es erkennbar und begehrlich ist. Wenn du Dienstleistungen bewirbst, zeig ein konkretes Ergebnis oder eine Situation, in der der Nutzen sofort klar wird.

Aus meiner Praxis würde ich sagen: Das beste Bild ist nicht immer das schönste Bild. Es ist das Bild, das die Suchabsicht am schnellsten trifft. Wenn jemand nach „wasserdichte Wanderschuhe Damen“ sucht, braucht er kein atmosphärisches Bergpanorama, sondern einen klar sichtbaren Schuh, idealerweise in einem Kontext, der Wasserdichtigkeit und Outdoor-Einsatz glaubhaft macht. Klingt simpel. Wird aber oft falsch gemacht.

Du solltest auf diese Kennzahlen achten

Wenn große Bilder in deinen Kampagnen auftauchen oder später breiter verfügbar werden, schau nicht nur auf die Klickrate. Natürlich ist CTR wichtig, besonders bei Suchanzeigen. Aber sie ist nur der erste Prüfpunkt.

Wichtiger sind für dich Conversion-Rate, Kosten pro Conversion, Umsatz pro Klick und Verhalten nach dem Klick. Bleiben Nutzer länger? Springen sie schneller ab? Kaufen sie häufiger? Füllen sie Formulare aus? Wenn du E-Commerce betreibst: steigt der Warenkorbwert oder kommen nur mehr günstige, unentschlossene Klicks?

Es kann auch sinnvoll sein, Suchbegriffe genauer zu prüfen. Große Bilder könnten vor allem bei breiteren Suchanfragen mehr Klicks ziehen, während sehr konkrete Suchanfragen ohnehin stark performen. Dann müsstest du deine Gebote, Zielgruppen oder Asset-Auswahl anders bewerten.

Und noch eine Kleinigkeit, die gerne untergeht: Prüfe, ob dein Bild wirklich zur Landingpage passt. Wenn die Anzeige ein Produkt groß zeigt, die Landingpage aber erst nach zwei Scrolls genau dieses Produkt sichtbar macht, entsteht unnötige Reibung. Visuelle Konsistenz ist hier wichtiger, als viele denken. Der Nutzer klickt auf ein Versprechen. Die Seite muss dieses Versprechen sofort bestätigen.

Was das für Nutzer bedeutet

Für dich als Suchender kann das neue Format angenehmer sein, wenn du visuell entscheiden möchtest. Bei Produkten, Reisezielen oder lokalen Angeboten hilft ein großes Bild tatsächlich. Du bekommst schneller ein Gefühl dafür, ob das Ergebnis passt. Suchanzeigen werden dadurch weniger abstrakt und möglicherweise nützlicher.

Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Anzeigen noch mehr Raum in den Suchergebnissen einnehmen. Wenn du organische Treffer erwartest, musst du eventuell weiter scrollen. Das ist nicht neu, aber große Bilder verschärfen diesen Effekt. Besonders auf mobilen Geräten ist das spürbar.

Ob du eher auf eine Anzeige mit großem Bild klickst, hängt wahrscheinlich von deiner Suchintention ab. Wenn du stöberst oder vergleichen willst, zieht dich ein Bild eher hinein. Wenn du gezielt eine Information suchst, kann es dich eher stören. Genau deshalb ist dieser Test so interessant: Er berührt nicht nur Anzeigenleistung, sondern auch das grundsätzliche Erlebnis von Suche.

Ich persönlich finde solche visuellen Tests weder automatisch gut noch schlecht. Sie sind ein Werkzeug. Wenn sie gut eingesetzt werden, machen sie Anzeigen nützlicher. Wenn sie nur mehr Fläche verkaufen sollen, fühlen sie sich schnell schwerfällig an. Die Grenze ist fein, manchmal unangenehm fein.

Warum dieser Test größer ist, als er zunächst wirkt

Auf den ersten Blick geht es nur um größere Bilder in Bing-Anzeigen. Eine kleine UI-Änderung, könnte man sagen. Aber dahinter steckt ein größerer Trend: Suchmaschinen entwickeln sich immer stärker zu visuellen Entscheidungsoberflächen. Text bleibt wichtig, keine Frage. Doch Bilder, strukturierte Elemente, Produktkarten, KI-Antworten und interaktive Module nehmen immer mehr Raum ein.

Für Werbetreibende bedeutet das: Du konkurrierst nicht mehr nur mit besseren Überschriften und Geboten. Du konkurrierst mit Aufmerksamkeit, Gestaltung und visueller Klarheit. Das macht Performance-Marketing anspruchsvoller, aber auch interessanter.

Früher konnte man bei Suchanzeigen relativ nüchtern arbeiten: Keyword, Anzeigentext, Gebot, Landingpage. Heute kommen Assets, Feeds, Bilder, Automatisierung, KI-basierte Ausspielung und unterschiedliche Oberflächen dazu. Eine Anzeige ist nicht mehr eine Anzeige. Sie ist ein Set aus Bausteinen, das je nach Gerät, Nutzer, Suchanfrage und Testumgebung unterschiedlich zusammengesetzt wird.

Genau deshalb solltest du deine Assets nicht als Nebensache behandeln. Wenn Bing entscheidet, dein Bild groß auszuspielen, wird aus einem „optional hochgeladenen Motiv“ plötzlich der prominenteste Teil deiner Anzeige. Das kann dir helfen. Oder es kann zeigen, dass dein Creative nicht vorbereitet war.

Ein praktischer Blick auf die mögliche Klickentscheidung

Stell dir vor, du suchst auf dem Handy nach einem neuen Laufschuh. Du bekommst drei Varianten einer Anzeige zu sehen. Eine nur mit Text. Eine mit kleinem Produktbild. Eine mit großem Bild, das den Schuh klar zeigt, vielleicht mit Preis- oder Angebotsbezug im Umfeld der Anzeige.

Worauf klickst du? Wahrscheinlich auf das Ergebnis, das dir am schnellsten Sicherheit gibt. Wenn das große Bild professionell und passend ist, gewinnt es. Wenn es generisch aussieht oder nicht zum Suchbegriff passt, kann sogar die schlichte Textanzeige vertrauenswürdiger wirken.

Jetzt stell dir dasselbe bei einer Steuerberatungssoftware vor. Ein großes Bild von einer lächelnden Person am Laptop kann funktionieren, muss aber nicht. Vielleicht wäre hier ein klarer Nutzen im Text stärker. Oder ein Screenshot der Oberfläche. Oder ein visuelles Signal wie „für Selbstständige“ oder „EÜR einfach erstellen“, sofern die Plattform solche Darstellungen zulässt. Das Bild muss die Entscheidung verkürzen, nicht nur Platz füllen.

Mein Fazit für dich

Der Test mit großen Bildern in Bing Sponsored Results zeigt ziemlich deutlich, wohin sich Suchwerbung bewegt: mehr visuelle Präsenz, mehr mobile Dominanz, mehr Wettbewerb um den ersten Blick. Für Microsoft Advertising ist das ein logischer Schritt, weil größere Bilder Anzeigen stärker hervorheben und potenziell die Klickrate verbessern können.

Für dich als Werbetreibenden ist die wichtigste Lehre: Bereite deine Kampagnen darauf vor, dass Bilder in Suchanzeigen eine größere Rolle spielen. Lade nicht einfach irgendein Motiv hoch. Denk darüber nach, ob dein Bild auch dann funktioniert, wenn es plötzlich sehr prominent dargestellt wird. Passt es zur Suchintention? Ist es klar genug? Wirkt es glaubwürdig? Unterstützt es die Conversion oder sammelt es nur neugierige Klicks?

Für dich als Nutzer bedeutet das Format wahrscheinlich eine auffälligere, bildlastigere Suche. Manchmal wird das hilfreich sein, manchmal eher störend. Die eigentliche Frage bleibt am Ende erstaunlich einfach: Welche Version würdest du eher anklicken — die große Bildanzeige, die normale Bildanzeige oder die Anzeige ganz ohne Bild?

Und genau diese Frage dürfte auch der Grund sein, warum Bing testet. Denn im Suchgeschäft entscheidet nicht die schönste Theorie, sondern das Verhalten echter Menschen auf echten Bildschirmen. Besonders auf dem Smartphone. Da ist jeder Blick kostbar.

Tom Brigl

Tom ist Dipl. Betrw. und Geschäftsführer. Er bringt 21 Jahre E-Commerce-Erfahrung sowie 17 Jahre eigenes Agentur-Business mit.
Sein Ding: SEO und GEO für Online-Shops – damit du bei Google und in der KI-Suche gefunden wirst.

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