Bald Bild zu klein im Merchant Center vermeiden 31 Januar 2027

Tom Brigl  –

Veröffentlicht:

02.09.2026,

Letzte Aktualisierung:

02.09.2026
Inhaltsverzeichnis

Wenn du Produkte über das Google Merchant Center ausspielst, solltest du dir deine Produktbilder in den nächsten Monaten wirklich einmal genauer anschauen. Nicht nur oberflächlich, nicht nur „ja, sieht schon okay aus“, sondern technisch sauber: Pixelmaß, Qualität, Zuschnitt, Schärfe, Hintergrund, Konsistenz. Der Grund ist eine kommende Änderung bei den Bildanforderungen. Ab dem 31. Januar 2027 müssen Produktbilder im Merchant Center mindestens 500 × 500 Pixel groß sein. Bis dahin ist noch Zeit, klar. Aber aus meiner Erfahrung sind solche Bildthemen in Shops selten an einem Nachmittag erledigt, vor allem dann nicht, wenn du viele Produkte, Varianten, alte Feeds oder mehrere Bildquellen im Einsatz hast.

Google empfiehlt sogar deutlich mehr: mindestens 1500 × 1500 Pixel oder höher. Und genau da liegt der eigentlich interessante Punkt. Die Mindestanforderung von 500 × 500 Pixeln ist eher eine absolute Unterkante, also sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner. Für gute Darstellung, saubere Listings und eine vernünftige Performance in verschiedenen Anzeigen- und Listing-Formaten solltest du dich daran nicht orientieren. 500 Pixel wirken auf dem Papier vielleicht ausreichend, aber in der Praxis ist das ziemlich knapp. Gerade bei Zoom, hochauflösenden Displays, Shopping-Karussells oder automatisch zugeschnittenen Darstellungen kann ein kleines Bild schnell billig, unscharf oder einfach lieblos wirken.

Wenn du aktuell Bilder unterhalb dieser Grenze verwendest, wird dein Merchant Center entsprechende Warnungen anzeigen. Die Meldungen lauten sinngemäß „Bild zu klein“ oder „Bild aufgrund kommender Richtlinienänderungen zu klein“. Das ist nicht nur ein kosmetischer Hinweis. Solche Warnungen sind ein sehr früher Wink mit dem Zaunpfahl: Irgendwann kann daraus ein echtes Problem für die Ausspielung werden.

Was sich bei Produktbildern im Merchant Center konkret ändert

Die wichtigste Änderung ist recht simpel: Ab dem 31. Januar 2027 müssen alle Produktbilder, die du im Merchant Center verwendest, mindestens 500 × 500 Pixel groß sein. Das betrifft Produktbilder in Feeds, also die Bilder, die über Attribute wie image_link oder ähnliche Bildfelder an Google übergeben werden. Wenn ein Bild kleiner ist, wird es voraussichtlich nicht mehr den Anforderungen entsprechen.

Google hat die Hilfedokumentation entsprechend angepasst und dort deutlich gemacht, dass diese neue Mindestgröße für alle Produkte gelten soll. Gleichzeitig wird empfohlen, Bilder mit 1500 × 1500 Pixeln oder mehr bereitzustellen, damit sie in allen Listing-Formaten möglichst gut funktionieren. Dieser Zusatz ist nicht nebensächlich. Er sagt dir im Grunde: Ja, 500 × 500 ist die Grenze, aber für gute Ergebnisse solltest du höher einsteigen.

Ich finde diese Unterscheidung wichtig, weil viele Shopbetreiber dazu neigen, Mindestanforderungen als Zielwert zu verstehen. Das ist verständlich. Wenn eine Plattform sagt „mindestens 500“, denkt man schnell: Dann nehmen wir 500, passt schon. Aber das ist ein bisschen so, als würdest du eine Produktbeschreibung schreiben, die gerade lang genug ist, um nicht als leer zu gelten. Formal erfüllt, praktisch mittelmäßig.

Gerade Produktbilder sind im E-Commerce nicht einfach nur Begleitmaterial. Sie sind Kaufargument, Vertrauenssignal und oft der erste visuelle Kontakt mit deinem Produkt. Wenn dein Bild neben sauber ausgeleuchteten, scharfen, großen Produktfotos anderer Händler steht, merkt man den Unterschied sofort. Vielleicht nicht bewusst, aber der Klick geht dann eben doch zum Bild, das klarer wirkt.

Die kommende Änderung ist also nicht nur eine technische Richtlinie. Sie ist auch ein Hinweis darauf, dass Bildqualität im Shopping-Umfeld immer wichtiger wird. Google will Produkte in sehr verschiedenen Oberflächen darstellen: klassische Shopping-Ergebnisse, kostenlose Produkteinträge, Anzeigen, mobile Ansichten, dynamische Formate, vielleicht auch automatisierte Layouts, bei denen Bilder skaliert oder zugeschnitten werden. Kleine Bilder sind dafür schlicht unpraktisch.

Warum 500 × 500 Pixel nur die Untergrenze sind

Ein Bild mit 500 × 500 Pixeln ist quadratisch und hat insgesamt 250.000 Bildpunkte. Das klingt erst einmal nicht furchtbar wenig. Aber wenn du dir anschaust, wie Nutzer heute einkaufen, relativiert sich das schnell. Viele sehen Produkte auf Smartphones mit hochauflösenden Displays. Andere nutzen Tablets oder große Monitore. Und Plattformen skalieren Bilder je nach Platzierung unterschiedlich. Sobald ein kleines Bild hochgezogen wird, verliert es Schärfe. Kanten werden weich, Stoffstrukturen verschwimmen, Beschriftungen sind kaum lesbar. Bei manchen Produktarten ist das besonders kritisch.

Nimm zum Beispiel Kleidung. Ein Hemd auf einem kleinen, leicht verpixelten Bild kann schnell billig aussehen, selbst wenn es hochwertig ist. Bei Elektronik sind Anschlüsse, Displays, Bedienelemente oder Materialdetails wichtig. Bei Möbeln geht es um Oberflächen, Holzmaserungen, Proportionen. Bei Kosmetik oder Nahrungsergänzung können Etiketten und Verpackungsdetails kaufentscheidend sein. Und dann gibt es natürlich Produkte, bei denen Vertrauen besonders stark über visuelle Qualität entsteht: Schmuck, Uhren, Designerartikel, Ersatzteile, medizinische Produkte. Ein unscharfes Bild vermittelt da nicht gerade Sicherheit.

Genau deshalb ist die Empfehlung von 1500 × 1500 Pixeln aus praktischer Sicht viel sinnvoller. Solche Bilder bieten genug Spielraum für unterschiedliche Darstellungen. Sie lassen sich verkleinern, ohne sichtbar an Qualität zu verlieren. Sie funktionieren besser bei Zoom-ähnlichen Darstellungen und sehen auf modernen Displays sauberer aus. Aus technischer Sicht ist es fast immer besser, ein hochwertiges Bild in ausreichender Auflösung bereitzustellen, als später mit einem zu kleinen Ausgangsmaterial kämpfen zu müssen.

Natürlich heißt das nicht, dass du riesige, schlecht komprimierte Dateien hochladen solltest. Bildgröße und Dateigröße sind zwei verschiedene Dinge. Ein 1500 × 1500 Pixel großes Bild kann gut optimiert sein und dennoch knackig aussehen. Ein 500 × 500 Pixel Bild kann dagegen klein sein und trotzdem schlecht wirken. Entscheidend ist also nicht nur die Pixelzahl, sondern die Kombination aus Auflösung, Komprimierung, Schärfe, Motivführung und technischer Auslieferung.

Was die Warnungen im Merchant Center für dich bedeuten

Wenn du bereits Bilder verwendest, die kleiner als 500 × 500 Pixel sind, kannst du im Merchant Center Warnungen sehen. Die Formulierungen können etwa in Richtung „Bild zu klein“ oder „Bild zu klein aufgrund kommender Richtlinienänderungen“ gehen. Solche Hinweise solltest du nicht ignorieren, auch wenn deine Produkte aktuell vielleicht noch ausgeliefert werden.

Ich habe in Projekten oft gesehen, dass Merchant-Center-Warnungen eine Weile liegen bleiben, weil sie nicht sofort wehtun. Es gibt ja immer dringendere Themen: Kampagnenbudget, Conversion Tracking, Preise, Versand, Produktdaten, Lagerbestand. Aber gerade Bildwarnungen können später unangenehm werden, weil die Lösung häufig mehrere Abteilungen oder Systeme betrifft. Da hängt dann plötzlich das PIM-System dran, der Shop, die Agentur, ein externer Fotograf, der Feed-Anbieter oder ein ERP-Export, der alte Bild-URLs ausspuckt.

Die Warnung ist also eigentlich eine Chance. Du bekommst früh genug den Hinweis, dass ein Teil deiner Bilddaten nicht zukunftssicher ist. Wenn du das sauber angehst, kannst du nicht nur eine Richtlinienverletzung vermeiden, sondern nebenbei auch deine Produktdarstellung verbessern. Und ja, manchmal ist es überraschend, wie stark bessere Bilder auf Klickrate und Vertrauen einzahlen können. Nicht immer spektakulär, nicht bei jedem Sortiment. Aber oft genug, dass man es ernst nehmen sollte.

Wichtig ist auch: Es geht nicht nur um das Hauptbild eines Produkts. In vielen Shops gibt es Variantenbilder, zusätzliche Galeriebilder, alte Herstellerbilder oder automatisch generierte Bilder für bestimmte Produktzustände. Wenn dein Hauptbild sauber ist, aber Varianten über alte Miniaturbilder laufen, kann das trotzdem Probleme verursachen. Deswegen lohnt es sich, nicht nur einzelne auffällige Produkte zu prüfen, sondern systematisch.

Typische Ursachen für zu kleine Produktbilder

Zu kleine Bilder entstehen selten zufällig. Häufig stammen sie aus älteren Shop-Systemen, in denen Produktbilder früher mit deutlich geringeren Anforderungen gespeichert wurden. Manchmal wurden Bilder beim Import automatisch verkleinert. Oder ein Hersteller liefert nur kleine Pressebilder, die dann unkritisch übernommen werden. In anderen Fällen enthalten Feeds nicht die Originalbilder, sondern Thumbnail-URLs. Das passiert erstaunlich oft: Im Shop sieht alles okay aus, aber im Feed landet die kleine Vorschauversion, weil irgendein Template oder Exportfeld falsch gemappt wurde.

Ein weiterer Klassiker ist die Bildbearbeitungskette. Da wird ein Bild hochgeladen, vom Shopsystem in mehrere Größen umgewandelt, vom CDN optimiert, vielleicht durch Parameter skaliert, und am Ende bekommt Google nicht das große Original, sondern eine Version mit 300 × 300 Pixeln. Für Nutzer auf der Produktseite sieht das vielleicht noch halbwegs brauchbar aus, aber für Merchant-Center-Anforderungen ist es zu wenig.

Auch Marktplatz- oder Dropshipping-Setups sind anfällig. Wenn du Produktdaten von Lieferanten übernimmst, hast du oft weniger Kontrolle über Bildqualität und Bildgrößen. Dann ist es bequem, die gelieferten URLs durchzureichen. Kurzfristig spart das Arbeit. Langfristig kann es dich aber einholen, wenn diese Bilder nicht den Anforderungen entsprechen oder in der Darstellung nicht konkurrenzfähig sind.

Aus meiner Sicht lohnt sich hier ein nüchterner Blick: Wenn deine Produktbilder ohnehin schon alt, klein oder uneinheitlich sind, ist diese Änderung ein guter Anlass, das Thema grundsätzlich anzufassen. Nicht panisch, aber konsequent.

Wie du dich sinnvoll vorbereitest

Der Stichtag liegt mit dem 31. Januar 2027 noch ein gutes Stück entfernt. Das ist angenehm, aber auch gefährlich. Solche Fristen verleiten dazu, das Thema wegzuschieben. „Machen wir später“ klingt zwei Jahre vorher harmlos. Ein paar Monate vorher wird daraus schnell ein hektisches Projekt mit schlechten Kompromissen.

Ich würde deshalb nicht warten, bis die Warnungen massenhaft auftauchen oder bis jemand im Performance-Team fragt, warum bestimmte Produkte Probleme machen. Fang lieber mit einer Bestandsaufnahme an. Du musst nicht jedes Produktbild manuell öffnen. Meist lässt sich über Feed-Daten, Bild-URLs, Crawling oder interne Exporte relativ gut prüfen, welche Bilder unterhalb der neuen Grenze liegen. Je nach System kannst du auch die Bilddimensionen automatisiert auslesen lassen.

Der erste Schritt ist simpel: Finde heraus, wie viele Bilder unter 500 × 500 Pixel liegen. Der zweite Schritt ist wichtiger: Finde heraus, wie viele Bilder zwar über der Mindestgröße liegen, aber unterhalb einer sinnvollen Qualitätsgrenze, zum Beispiel unter 1000 × 1000 oder unter der empfohlenen Größe von 1500 × 1500 Pixeln. Denn wenn du schon anfasst, dann bitte nicht nur knapp genug.

Wenn du ein kleiner Shop mit wenigen hundert Produkten bist, kann das relativ überschaubar sein. Bei größeren Sortimenten wird es sportlicher. Dort musst du priorisieren. Fang mit Produkten an, die Umsatz bringen, häufig ausgespielt werden oder ohnehin in Shopping-Kampagnen wichtig sind. Danach kommen Longtail-Produkte, Varianten, saisonale Artikel. So ein bisschen Pragmatismus schadet nicht. Perfektion ist schön, aber ein sauberer Plan ist besser als eine endlose Bildinventur ohne Umsetzung.

Warum du lieber auf 1500 × 1500 Pixel planen solltest

Wenn du neue Bilder produzierst oder alte Bilder ersetzt, würde ich mich nicht an 500 × 500 orientieren. Das ist wirklich nur die rote Linie. Sinnvoller ist es, intern eine Zielgröße von 1500 × 1500 Pixeln oder höher festzulegen, sofern dein Sortiment das zulässt. Damit bewegst du dich näher an dem, was für unterschiedliche Listing-Formate gut funktioniert.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Nicht jedes Produktbild liegt perfekt quadratisch vor. Manche Produkte sind hochkant, andere breit. Manche Motive brauchen Weißraum, andere profitieren von Detailansichten. Aber als Qualitätsziel ist 1500 × 1500 ein guter Ausgangspunkt. Du kannst damit flexibel skalieren und musst nicht bei jeder neuen Darstellung Angst haben, dass das Bild auseinanderfällt.

Ein kleiner Praxisvergleich: Wenn du ein kleines Bild vergrößerst, erfindet die Software Pixel dazu. Das sieht selten wirklich gut aus. Wenn du ein großes Bild verkleinerst, bleibt der Eindruck meist scharf und sauber. Deshalb ist ein gutes Ausgangsbild wertvoll. Es ist wie bei Rohmaterial in der Produktion: Was einmal schlecht angeliefert wurde, bekommst du später nur mit Mühe wieder hochwertig.

Allerdings solltest du Bilder nicht einfach künstlich hochskalieren und glauben, damit sei alles erledigt. Wenn ein 300 × 300 Pixel Bild nur auf 1500 × 1500 aufgeblasen wird, erfüllt es vielleicht technisch eine Dimension, aber die visuelle Qualität bleibt schwach. Google und Nutzer sehen am Ende kein Datenblatt, sondern ein Bild. Unscharf bleibt unscharf. Besser ist es, echte Originalbilder zu verwenden oder neue Bilddateien in ausreichender Qualität zu beschaffen.

Worauf du bei Produktbildern zusätzlich achten solltest

Die Pixelgröße ist nur ein Teil des Themas. Wenn du deine Bilder ohnehin prüfst, solltest du ein paar weitere Punkte mitnehmen. Nicht als Riesenprojekt, eher als Qualitätscheck. Viele Probleme fallen nämlich erst auf, wenn man systematisch hinschaut.

Das Hauptbild sollte dein Produkt klar zeigen. Möglichst ohne unnötige Ablenkung, ohne übertriebene Grafiken, ohne Textflächen, die je nach Plattform problematisch sein können. Ein sauberer Hintergrund hilft oft. Nicht immer muss alles weiß sein, aber das Produkt sollte sofort erkennbar sein. Gerade in Shopping-Ergebnissen konkurriert dein Bild mit vielen anderen. Der Nutzer entscheidet schnell, manchmal in Sekundenbruchteilen.

Achte auch auf den Zuschnitt. Ein Produkt, das winzig in der Mitte steht, verschenkt Fläche. Ein Produkt, das angeschnitten ist, wirkt unprofessionell. Bei Mode kann die Perspektive entscheidend sein. Bei technischen Produkten sind ergänzende Detailbilder oft sinnvoll, auch wenn das Hauptbild schlicht bleibt. Gute Produktbildstrecken erzählen dem Nutzer: So sieht es aus, so groß ist es ungefähr, so fühlt es sich an, so wird es verwendet.

Dann ist da die Konsistenz. In einem Shop mit 20 Produkten fällt es kaum auf, wenn Bilder leicht unterschiedlich sind. Bei 20.000 Artikeln wirkt ein wilder Mix aus Herstellerfotos, alten Katalogbildern, Handyfotos und freigestellten Renderings schnell unruhig. Das betrifft nicht nur den Shop selbst, sondern auch die Darstellung über Google. Einheitliche Bildqualität kann einen Sortimentseindruck deutlich aufwerten.

Und bitte vergiss die technische Performance nicht. Große Bilder sollten komprimiert und effizient ausgeliefert werden. Wenn du Originalbilder mit riesigen Dateigrößen ungefiltert ausspielst, kann das Ladezeiten belasten. Für Merchant Center brauchst du eine ausreichend große und zugängliche Bilddatei. Für deinen Shop brauchst du zusätzlich eine gute Auslieferungslogik mit passenden Formaten und Größen. Beides sollte zusammenspielen.

CDN, Bild-URLs und Feed-Logik prüfen

Ein Detail, das gern übersehen wird: Google ruft die Bild-URL ab, die du im Feed angibst. Wenn diese URL dynamische Parameter enthält, Weiterleitungen nutzt oder auf eine komprimierte Miniaturversion zeigt, kann das relevant sein. Du solltest also nicht nur im Backend schauen, wie groß das Originalbild ist. Entscheidend ist, welche Datei tatsächlich über die Feed-URL erreichbar ist.

Wenn du ein CDN verwendest, prüfe, ob die ausgelieferte Version groß genug ist. Manche CDNs generieren automatisch Varianten mit Parametern wie Breite, Höhe oder Qualität. Das ist praktisch. Aber wenn dein Feed versehentlich die kleinste Variante nutzt, hast du ein Problem. Ich habe schon Setups gesehen, bei denen der Shop auf der Produktseite ein gutes Bild zeigte, während der Feed eine alte Thumbnail-URL übergab. Auf den ersten Blick kaum sichtbar, im Merchant Center dann plötzlich ein Diagnosethema.

Außerdem sollten die Bilder stabil erreichbar sein. Keine Login-Schranken, keine Hotlink-Blockaden, keine temporären URLs, keine Serverantworten, die nur manchmal funktionieren. Bei Produktbildern ist Zuverlässigkeit fast so wichtig wie Qualität. Ein sehr gutes Bild bringt dir wenig, wenn Google es nicht sauber abrufen kann.

Was du jetzt praktisch tun kannst

Wenn du heute anfangen willst, würde ich das Thema in drei überschaubare Phasen aufteilen. Erst prüfen, dann priorisieren, dann ersetzen. Klingt banal, funktioniert aber. Wilde Einzelaktionen führen oft dazu, dass zehn sichtbare Produkte korrigiert werden, während tausende alte Varianten im System bleiben.

Beginne mit einem Export deiner aktiven Produkte inklusive Bild-URLs. Wenn möglich, ermittle die tatsächlichen Bilddimensionen automatisch. Viele technische Teams können dafür ein kleines Skript schreiben, das Bild-URLs abruft und Breite sowie Höhe ausliest. Bei kleineren Shops geht es auch über Tools, Crawler oder manuelle Stichproben, aber bei größeren Sortimenten brauchst du Automatisierung.

Danach sortierst du die Fälle. Bilder unter 500 × 500 Pixel sind kritisch, weil sie die kommende Mindestanforderung verfehlen. Bilder zwischen 500 × 500 und 1500 × 1500 Pixel sind nicht automatisch falsch, aber sie sind aus Qualitätssicht prüfenswert. Wenn du viele davon hast, priorisiere nach Umsatz, Anzeigenrelevanz und Sichtbarkeit. Produkte, die nie ausgespielt werden, müssen nicht zuerst kommen. Produkte, die täglich Budget verbrauchen, schon.

Beim Ersetzen solltest du möglichst auf echte bessere Bildquellen zurückgreifen: Herstellerdatenbanken, neue Produktshootings, vorhandene Originaldateien, PIM-Assets oder saubere Renderings. Dabei lohnt es sich, interne Standards festzulegen. Zum Beispiel: Hauptbilder möglichst mindestens 1500 × 1500 Pixel, klare Produktdarstellung, keine unnötigen Textelemente, konsistenter Hintergrund, technisch stabile URLs. Solche Standards klingen trocken, sparen später aber enorm viel Diskussion.

Wenn du mit Herstellern arbeitest, sprich das Thema früh an. Viele liefern zwar Bilder, aber nicht immer in der besten verfügbaren Qualität. Manchmal gibt es große Originaldateien, die nur nicht standardmäßig im Datenfeed enthalten sind. Ein kurzes Nachfragen kann erstaunlich viel bringen. Und falls du selbst fotografierst, stelle sicher, dass deine neuen Bilder nicht nach dem Upload vom Shop-System unnötig klein gerechnet werden.

Warum sich die Arbeit auch ohne Richtliniendruck lohnt

Man kann diese Änderung natürlich rein defensiv sehen: Google erhöht die Mindestgröße, also musst du nachziehen. Fertig. Aber das wäre mir zu kurz gedacht. Produktbilder sind einer der wenigen Bereiche, in denen technische Sauberkeit und Nutzerwirkung so direkt zusammenkommen. Ein besseres Bild kann den Feed gesünder machen, die Darstellung verbessern und dem Nutzer mehr Vertrauen geben.

Das heißt nicht, dass du automatisch höhere Conversion Rates bekommst, nur weil jedes Bild 1500 Pixel groß ist. So einfach ist E-Commerce leider selten. Preis, Marke, Lieferzeit, Bewertungen, Verfügbarkeit und Wettbewerb spielen genauso mit hinein. Aber schlechte Bilder bremsen. Und wenn du schon Anzeigenbudget ausgibst, wäre es ziemlich ärgerlich, wenn ein Teil dieses Budgets gegen pixelige oder zu kleine Produktfotos arbeitet.

Gerade bei Google Shopping ist das Bild oft der erste Haken. Der Nutzer sieht Produkt, Preis, Händler, vielleicht Bewertung und Versandhinweis. Das Bild entscheidet mit, ob überhaupt ein Klick passiert. Es ist ein stiller Verkäufer. Nicht laut, nicht erklärend, aber ständig präsent.

Mein Fazit für deine nächsten Schritte

Die neue Mindestanforderung von 500 × 500 Pixeln ab dem 31. Januar 2027 ist technisch gesehen keine riesige Hürde. Viele moderne Shops dürften diese Grenze längst überschreiten. Trotzdem solltest du die Änderung ernst nehmen, weil Altbestände, Variantenbilder, alte Feed-URLs und Lieferantenbilder schnell durchrutschen können.

Entscheidend ist aus meiner Sicht: Plane nicht auf die Mindestgröße, sondern auf Qualität. Wenn Google 1500 × 1500 Pixel oder mehr empfiehlt, dann ist das der deutlich bessere Orientierungswert. 500 × 500 verhindert vielleicht eine Warnung. 1500 × 1500 gibt dir Spielraum für saubere Darstellung.

Prüfe deine bestehenden Bilddaten frühzeitig, nimm Warnungen wie „Bild zu klein“ ernst und schau dir besonders die tatsächlichen Feed-URLs an. Wenn du ohnehin alte Bilder ersetzen musst, nutze die Gelegenheit für bessere Standards. Das ist nicht der glamouröseste Teil von Online-Marketing, zugegeben. Aber manchmal sind es genau diese soliden, etwas unspektakulären Aufräumarbeiten, die später dafür sorgen, dass Kampagnen ruhiger laufen und Produkte besser wirken.

Wenn du also irgendwo im Merchant Center bereits Hinweise zu zu kleinen Bildern siehst, würde ich sie nicht auf die lange Bank schieben. Nicht hektisch werden, aber anfangen. Schritt für Schritt. Erst die kritischen Produkte, dann die wichtigen Umsatztreiber, dann der Rest. So wird aus einer kommenden Richtlinienänderung kein Stressprojekt kurz vor Ablauf der Frist, sondern eine saubere Verbesserung deiner Produktdatenbasis.

Tom Brigl

Tom ist Dipl. Betrw. und Geschäftsführer. Er bringt 21 Jahre E-Commerce-Erfahrung sowie 17 Jahre eigenes Agentur-Business mit.
Sein Ding: SEO und GEO für Online-Shops – damit du bei Google und in der KI-Suche gefunden wirst.

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